Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow
Gemeindebrief April/Mai 2004 (Auszüge)
Gedanken zum Monatsspruch AprilVergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. 1. Petrusbrief 3,9 Vergeltung ist Antwort. Vergeltung ist Reaktion auf etwas, das mir widerfahren ist. Gutes oder Böses; Anerkennung oder Ablehnung; Freundlichkeit oder Argwohn; Liebe oder Hass. Ich begegne dem allen, und es ist in meine Freiheit gestellt, wie ich das tue. Vergeltung das begegnet uns heute in überwiegendem Maße in negativen Beispielen: Ich denke an Vergeltungsanschläge, die sich unerbittlich steigernd entfalten und automatisch das Nächsthöhere, Nächstschlimmere hervorruft. Vergeltung hat Vergangenes zur Grundlage. Vergeltung fesselt mich an die Vergangenheit. Dagegen lässt mich Segen in die Zukunft denken. Mit Segen wird mir zuerst einmal etwas zugestanden. Segen: das ist die Aktion Gottes an mir oder für mich. Segen hat mein Handeln als Reaktion zur Folge, aber Segen setzt nicht mein Handeln voraus. ... segnet vielmehr, weil euch der Segen sicher ist. Die Erbschaft, um die es im Monatsspruch für April 2004 geht, hat etwas mit dem Einsatz Gottes für unser Leben zu tun. Es lässt sich in einem Wort zusammenfassen: OSTERN also die Einladung Gottes zum Leben in seiner Schöpfung, in seiner Gemeinde, mit seinem Sohn. Wo das geschieht, da ist meine Vergangenheit nicht mehr das Wichtigste. Es geht um Zukunft, die der Sohn Gottes für mich eröffnet hat. Durch die Gemeinschaft mit dem auferstandenen Christus wird mir nicht nur Segen gegeben das wäre ja schon eine ganze Menge! nein, ich werde viel mehr in das Segenshandeln Gottes hineingenommen. Segnet, dazu seid ihr berufen. Das ist der entscheidende Punkt. Es geht nicht um eine idealisierte Welt, und schon gar nicht geht es darum, immer nachzugeben, das Unrecht lieber zu erleiden als ihm zu widersprechen. Nein, Segen ist keine Moral, die mich automatisch vor allen anderen klein und schlecht macht. Sondern es ist vielmehr die Umkehrung des allzu bekannten Mechanismus, den wir Vergeltung nennen und den wir als Fluch in der Welt erfahren. Lass doch etwas von der Hoffnung deutlich werden, die dich trägt. Dementiere doch nicht durch dein Handeln, was du hoffst. Und zementiere auch nicht, was scheinbar schon immer so war. Tu das, was du schon längst kannst, was du an dir selbst schon als hilfreich und wohltuend erfahren hast. Tu das, was Gott deinem Leben verheißen hat: segne! Das wäre dann der Lebensstil, der vom Evangelium herkommt und auf den Segen hin ausgerichtet ist. Das wäre dann Gemeinschaft mit dem auferstandenen Sohn Gottes. Ja das ist Ostern. Ein einziger Segen für die Welt. Und Menschen, die uns begegnen, spüren die wohltuende Wirkung des Segens! Pfr. Langhein Nachrichten/Beiträge/BerichteBesuch aus Schopfheim Auf das Besondere dieses Besuches vom 20. bis 24. Mai 2004 haben wir im vorigen Gemeindebrief hingewiesen. Da in Schopfheim die Meldefrist für die Teilnahme an der Fahrt nach Kleinmachnow noch läuft, kann über die Zahl der Gäste noch nichts Genaues gesagt werden. Trotzdem wollen wir versuchen, so gut wie möglich auf unseren Besuch vorbereitet zu sein. Wir haben zunächst folgendes Programm vorgesehen:
Die Abende, außer am Ankunftstag, bieten Gelegenheit zu Treffen in Kleinmachnower Familien. Wer nähere Angaben möchte oder Wünsche hat, wende sich bitte an Pfarrer Elliger (Tel. 23041) oder Frau Mehler im Kirchenbüro. Wir suchen noch Gastgeber, die ein oder zwei Gäste aufnehmen können, oder auch Betreuer, die kein Quartier geben können, aber einen Gast durch diese Tage begleiten wollen. Zur Mitarbeit am Freitag ist auch eingeladen, wer an dem Thema interessiert ist. Wir bitten aber ebenfalls um Anmeldung. Wir wünschen uns eine gesegnete Zeit. Reinald Elliger, Pfarrer i.R. Neuigkeiten zum 27. Rumänien Hilfstransport Im Mai werden wir zur 27. Rumänienfahrt aufbrechen. Geplant ist die Fahrt nach Alexandru Obudescu und Ulmu im Bezirk Calarasi also zu Menschen, die wir von vergangenen Fahrten schon kennen. In diesem Jahr möchten wir vor allem Schule, Kinderheim, Arztpraxis und eventuell die Kindertagesstätte mit Hilfsgütern versorgen. Für Klassenräume der Schule in Obudescu haben wir neue Schultafeln bekommen. Weiter ist der elektrische Anschluss einer Bäckerei im Kinderheim in Ulmu geplant. Von Kleiderspenden wollen wir bei dieser Fahrt absehen, da uns beim letzten Hilfstransport durch den rumänischen Zoll erhebliche Schwierigkeiten bereitet wurden. Stattdessen bitten wir Sie um Geldspenden, damit wir 50 Kinder, die im Kinderheim Ulmu leben und unsere Hilfe besonders nötig haben, mit Jogginganzügen und Schuhen versorgen zu können. Wir könnten diese Artikel für etwa 20 Euro pro Kind in Rumänien erwerben, und die Empfänger hätten dabei die Möglichkeit, diese Sachen in der richtigen Größe auszuwählen. Außerdem bitten wir Sie als Gemeinde um Schulmaterial wie Schreibblöcke, Bleistifte, Radiergummi und Malutensilien. Ihre Sachspenden können Sie vom 26.4.2004 (Montag) bis zum 30.4.2004 (Freitag) im Gemeindehaus (Jägerstieg 2) abgeben. Am 1.5.2004 werden wir die Spenden sortieren und für den Transport vorbereiten. Ihre Spende für den Rumänienhilfstransport können Sie über die Kirchengemeinde in Form einer Spendenbescheinigung steuerlich geltend machen. Weiterhin möchten wir den Kontakt zu den Menschen in Rumänien intensivieren, indem wir das ganze Jahr über durch E-Mail oder Briefe mit den Bürgermeistern, Ärzten und Schulleitern der von uns besuchten Orte in Verbindung bleiben. Wir hoffen, gerade durch diesen fortwährenden Kontakt wieder gezielt einzelnen Familien helfen zu können. Hier ist auch Ihr direktes Engagement als Gemeinde gefragt! Wir laden Sie ein zu unserem Berichtsabend vom 27. Hilfstransport am 4.6.2004 um 20.00 Uhr im Gemeindehaus, Jägerstieg 2. Wir wollen nicht nur berichten, sondern mit Ihnen über weitere Möglichkeiten der Hilfe für unsere rumänischen Partner und Freunde nachdenken. Lassen Sie sich einladen zur Hilfe konkret direkt ! Für den Rumänienkreis: Andrè Mehler und Mario Schramm Soziales/Diakonisches Jahr in der KiTa In unserer evangelischen Kindertagesstätte Arche ist zum 1. September 2004 die Stelle einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters im Rahmen eines freiwilligen sozialen/diakonischen Jahres neu zu besetzen. Interessierte Jugendliche setzen sich bitte mit der Leiterin Frau Annette Hartmann (Tel. 22079) in Verbindung. Zivildienst in der Kirchgemeinde Die Zivildienststelle in unserer Gemeinde ist ab dem 1. September 2004 wieder neu zu besetzen. Wer bei uns Zivildienst leisten möchte und anerkannter Kriegsdienstverweigerer ist, kann sich ab sofort schriftlich im Gemeindebüro bewerben. Projekt im Projekt Dies ist der Titel des Konfirmandenprojekts für Brasilien im Jahre 2004. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben es sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr 1000 Euro für den Hausbau in der Favela im Rahmen des Projektes Missao Barigui zu sammeln. Dieses ehrgeizige Ziel kann allerdings nur erreicht werden, wenn alle mithelfen! Sie können die Konfirmanden hierbei unterstützen, indem Sie am Eine-Welt-Stand fleißig einkaufen denn 5 Prozent des Umsatzes gehen an das Brasilienprojekt. Darüber hinaus freuen sich die Konfirmanden über Spenden. Mit einem Infostand werden die Konfirmanden sonntags nach den Gottesdiensten über den Fortgang der Arbeit in Brasilien berichten. Hier oder natürlich im Kirchenbüro werden Spenden entgegen genommen. Konfirmation 2004 Am 25. April 2004 ist der Tag der Konfirmanden. In zwei Gottesdiensten (um 10.00 Uhr und um 12.00 Uhr) wollen wir das Bekenntnis der jungen Menschen mit ihnen feiern und ihnen Gottes Segen und seine Gegenwart zusagen. Es werden konfirmiert:
Wir begleiten die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit unserer Fürbitte vor Gott und mit der Einladung zum Leben in der Kirchengemeinde Kleinmachnow. EinladungenGoldene Konfirmation Wer wurde 1954 konfirmiert? Wir laden Sie herzlich ein, am 3. Oktober 2004 mit uns die Goldene Konfirmation zu feiern. Bitte melden Sie sich im Büro der Kirchengemeinde bei Frau Mehler an. (Tel. 22844) Pfarrer Jürgen Duschka Ostergarten Mit allen Sinnen Ostern erfahren und begreifen dazu will der Ostergarten einladen. Der in Kleinmachnow erstmalig aufgebaute Ostergarten hat von Sonntag, den 28. März, bis Samstag, den 10. April 2004, geöffnet. Begleitung und Führung ist empfohlen. Anmeldung und Absprachen über Martin Bindemann (Tel. 79173). Gerne begleiten wir auch Gruppen wie Arbeitskreise, Hort- und Schulklassen. Zur Kostendeckung erbitten wir eine kleine Spende. Martin Bindemann Osternacht Wir feiern die Osternacht am Samstag, dem 10. April 2004, ab 20.00 Uhr in der Auferstehungskirche. Tod und Auferstehung bedeutet Sterben und Leben, Bangen und Hoffen, Trauer und Freude in der Osternacht wollen wir darüber nachdenken, wie uns diese Gegensätze bewegen. Vorbereitet sind Andacht, Abendbrot, Osterfeuer, Mitternachtsspaziergang, Brotbacken. Sie sind herzlich eingeladen. Martin Bindemann Geburtstagskaffee im Juni Berichtigung Eine Berichtigung für alle Geburtstagskinder der Monate April und Mai, die eine Einladung zum Geburtstagskaffee im Juni erhalten haben: Der Gemeindenachmittag mit Geburtstagskaffee findet bereits am Sonnabend, 5.6.2004, um 15.00 Uhr und nicht, wie in der Einladung mitgeteilt, am 12.6. statt. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen. Frauenkreis Jeden zweiten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 20.00 Uhr zum Frauenkreis in unserer Gemeinde und laden dazu herzlich ein. Unser Thema am 14. April wird sein: Ostern und die religiösen Vorstellungen vom Weiterleben. Wiedergeburt oder Auferstehung, Unsterblichkeit oder ewiges Leben die christliche Osterbotschaft ist heute nur noch eine (manchmal recht leise) Stimme im Chor der religiösen Hoffnungen. Dennoch ist die Wirkung dieser Hoffnungsbilder auf unsere Leben oft größer als wir denken! Deshalb lohnt es sich, eine kleine Inventur zu unternehmen und einmal eigene und fremde Bilder vom Weiterleben in ihrer Konsequenz zu beleuchten. Frau Dorothea Sitzler-Osing wird uns durch diesen Abend leiten. Am 12. Mai nimmt uns Frau Henriette Nestler erneut mit, um Einblicke in die faszinierende Welt der jiddischen Seele zu gewinnen. Nach dem ersten, sehr bewegenden Abend im Februar werden wir dieses Mal jiddische Lieder nicht nur hören, sondern auch selber singen und gestalten. Annette Hartmann Aus dem Gemeindekirchenrat berichtet- Die Bauarbeiten an der Friedhofskapelle u.a. wurde das Dach neu eingedeckt sind nahezu abgeschlossen, sodass der traditionelle Frühgottesdienst am Ostermorgen dort abgehalten werden kann. - Mit Bedauern haben wir zurKenntnis genommen, dass Herr Friedrich Heupel sein Amt im GKR niedergelegt hat wir möchten ihm für seine intensive Mitarbeit herzlich danken. - In das Kuratorium für regionale Jugendarbeit unseres Kirchenkreises wurden Herr Wieland Hartmann als Vertreter für den GKR und Janni (Christiane Mai) als Vertreterin für die Junge Gemeinde entsandt. - Wir freuen uns, dass wir in den letzten zwei Monaten 7 neue Gemeindeglieder begrüßen konnten, die in die evangelische Kirche neu oder wieder eingetreten sind. - Der Termin für die nächste GKR-Wahl wurde auf den 7.11.2004 festgelegt. Gern nehmen wir Vorschläge für KandidatInnen entgegen. Silke Walter Gottesdienste April/Mai 2004
* Der Eine-Welt-Stand hat geöffnet KirchenmusikSonnabend (Karsamstag), 10.4.2004, 17.00 Uhr, Augustinum Bach-Kantate im Gottesdienst »Jesus nahm zu sich die Zwölfe« BWV 22 Solisten, Orchester, Leitung: Karsten Seibt Sonnabend, 15.5.2004, 17.00 Uhr, Dorfkirche Premiere: Onesimus oder von der möglichen Freiheit eines (Christen-) Menschen 6 Szenen, Text: Ernst Lange, Musik: Herbert Baumann Kinder- und Jugendchor der Kantorei, Instrumentalensemble Leitung: Karsten Seibt; Inszenierung: Antonia Braun und Bernhard Hanuschik Weitere Aufführungen: Sonntag, 16.5.2004, 17.00 Uhr, Dorfkirche Kleinmachnow Sa 29.5. 17.00 Uhr Bugenhagen-Kirche, Hamburg-Großflottbeck Bei der Flottbecker Mühle 28 So 30.5. 20.00 Uhr Laurentius-Kirche Schönberg Mo 31.5. 17.00 Uhr Sankt-Aegidien-Kirche Lübeck Onesimus oder von der möglichen Freiheit eines (Christen-) Menschen So lautet der Titel des szenisch-musikalischen Stückes (Text: Ernst Lange, Musik: Herbert Baumann, Uraufführung: 1962 im Berliner Kongresszentrum, Instrumentierung: Jörg Duda 2003), dessen Premiere am 15. Mai 2004 in der Dorfkirche seit Januar vom Kinder- und Jugendchor vorbereitet wird. Der Untertitel von der möglichen Freiheit eines (Christen-) Menschen zitiert Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen aus dem Jahr 1520. Der zentrale Satz dieser Schrift lautet in Luthers kerniger Sprache: Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan. Um gleich das gängigste Missverständnis auszuräumen: Es geht Luther damit nicht um die Zuweisung der Freiheit ausschließlich an die innere Sphäre der Person (den innerlichen Menschen) bei gleichzeitiger Unterwerfung des äußeren Menschen unter das System der weltlichen Obrigkeit. Der zweite Halbsatz bedeutet viel mehr (ich zitiere sinngemäß aus Eberhard Jüngels Kommentar zu Luthers Schrift): Im positiven Sinn ein Knecht aller Dinge und jedermann untertan wird der Mensch dadurch, dass er nicht bei sich selbst bleibt, sondern als ein freier Herr in den Dienst des Nächsten tritt. Freiheit bedeutet nicht, aus der Verantwortung für das eigene Handeln entlassen zu sein: Luther sagt das so: Du siehst also: durch die Liebe tun wir die Werke frei, heiter, alles vermögend und siegen in allen Bedrängnissen wir sind Diener gegenüber unseren Nächsten, aber nichts desto weniger in allen Dingen Herren. Das führt zu einer erstaunlich modernen praktischen Konsequenz (geschrieben 1520!): Diese Regel soll gelten, dass die Güter, die wir von Gott haben, von dem einen zum anderen fließen und allgemein werden. Onesimus bedeutet Der Nützliche und bezieht sich auf den Brief des Apostel Paulus an Philemon aus dem Neuen Testament. Diesen Brief hat Paulus, der während seiner Missionsreisen immer wieder verhaftet wurde, um 50 nach Christus im Gefängnis in Ephesus verfasst. Es geht darin um Fürsprache für einen entlaufenen Sklaven namens Onesimus. Wenn ich im folgenden einige historische und theologische Aspekte dieses Briefes erkläre, verwende ich den Kommentar von Peter Stuhlmacher zum Brief des Paulus an Philemon. Sklavenflucht war in der Antike eine häufige Erscheinung, wobei als Hauptgründe das Bedürfnis nach Freiheit und nach menschenwürdiger Behandlung in Frage kommen. Für die Flüchtigen gab es mehrere Möglichkeiten unterzutauchen. Die Sklaven konnten zu den Banden und Räubern stoßen oder versuchen, in der Subkultur der großen Städte unterzutauchen, sie konnten den Versuch machen, ins Ausland zu flüchten oder sich bemühen, in einem Gebiet mit großem Arbeitskräftemangel unterzukommen (was allerdings eher in Italien als in Kleinasien der Fall war) und schließlich konnten die flüchtigen Sklaven Asyl in einem Tempel suchen und so wenigstens auf den Weiterverkauf an einen humaneren Herrn dringen. Wurden die Flüchtlinge, z.B. auf Grund von Steckbriefen oder von ihren sie verfolgenden Herren, vielleicht aber auch von den eigens dafür geschulten Sklavenfängern ergriffen, drohten ihnen Strafen von der Auspeitschung bis hin zu Brandmarkung und Kreuzigung. Die Fürsprache des Paulus wendet sich an den Herrn des Onesimus mit Namen Philemon, der einer christlichen Hausgemeinde in Kolossäa vorsteht. Christliche Hausgemeinden waren gekennzeichnet durch die Zusammenkunft von etwa 10 bis 40 Personen in Privathäusern. Paulus selbst hat in Hausgemeinden gelebt, gelehrt und solche begründet. Die Hausgemeinde war der Ort, wo die in der Antike besonders gravierenden soziologischen und ethnisch-religiösen Barrieren zwischen Juden und Heiden, Freien und Unfreien, Männern und Frauen, Hohen und Niedrigen, Gebildeten und Ungebildeten fallen sollten. Das war einer der Gründe, die das junge Christentum innerhalb der zahlreichen religiösen Strömungen attraktiv und konkurrenzfähig machte. Der Kanon der Schriften des NT ist nach und nach zusammengestellt worden mit Sicherheit hat Paulus mehr als die uns überlieferten Briefe geschrieben: z.T. dürften Briefe verloren gegangen sein, z.T. galten sie als nicht tradierungswürdig. Wahrscheinlich ist der historisch belegte spätere Bischof von Ephesus, Onesimus mit Namen, identisch mit dem entlaufenen Sklaven Onesimus, von dem in unserem Brief die Rede ist. Das wäre dann ein Grund für die Aufnahme dieses kurzen Briefes in die Schriften des NT. Der Brief beginnt, wie üblich, mit einem Eingangsgruß: Paulus an Philemon und die Gemeinde in deinem Haus. Die Anrede der Hausgemeinde macht deutlich, dass der im Brief verhandelte Problemfall keine Privatangelegenheit des Philemon, sondern eine Herausforderung an die Gemeinde insgesamt ist. Mit diesem Gruß nötigt Paulus den Philemon geschickt, sich der Angelegenheit vor einer gewissen Öffentlichkeit zu stellen. Der Briefschreiber fährt dann fort: Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich deiner Philemon gedenke, höre ich doch von deiner Liebe. Ich habe nämlich viel Freude und Trost an deiner Liebe gehabt, weil die Herzen durch dich, Bruder, erquickt sind. Auch das ist eine pädagogisch geschickte Formulierung von Paulus: wer eben eine öffentliche Danksagung für seine Großmut erfahren hat, wird diese nicht sogleich wieder verleugnen wollen. Im Hauptteil des Briefes heißt es: Ich bitte dich für Onesimus. Ich hätte ihn gerne bei mir behalten, aber ohne dein Einverständnis wollte ich nichts tun, damit deine gute Tat nicht erzwungenermaßen, sondern aus freien Stücken geschehe. Denn vielleicht ist er (Onesimus) ja deshalb eine Zeitlang von dir getrennt gewesen, damit du ihn für alle Zeit zurück erhältst, nicht mehr als einen Sklaven, sondern als einen, der mehr ist als ein Sklave: ein geliebter Bruder. Wie der Empfänger des Briefes auf die Bitte des Paulus reagiert hat, lässt sich aus einem anderen, späteren, Paulusbrief schließen, und zwar aus dem Brief an die Kolosser: Nach Kolosser 4, Vers 7 bis 9, ist Onesimus, gemeinsam mit Tychikus, Abgesandter im Auftrag des Apostels, der den Kolossern Mitteilung über Ergehen und Botschaft des Paulus machen sollte. Er steht also Paulus für solche Auftragsreisen zur Verfügung. Über die Datierung der einzelnen Paulusbriefe war man sich, als unser Stück entstand, noch nicht klar: wir haben deshalb im Abspann des Stückes diesen heute ziemlich unbezweifelbaren Tatbestand der tatsächlichen Freilassung des Sklaven Onesimus hinzugefügt. Ich schließe den Kreis mit einem Zitat von Luther aus dem Jahre 1522: Diese Epistel zeigt ein meisterlich lieblich Exempel christlicher Liebe. Denn da sehen wir, wie St. Paulus sich des armen Onesimi annimmt und ihn gegen seinen Herrn vertritt mit allem, was er vermag, und stellet sich nicht anders, als sei er selbst Onesimus. Ernst Lange setzt nun diesen Brief in dramatische Szenen um, indem er ihn nur als Ausgangpunkt der Handlung benutzt, das eigentliche dramatische Geschehen aber dazu erfindet: nämlich den Weg des Onesimus und seines Begleiters Tychikus von Paulus zurück zu seinem bisherigen Herrn Philemon, versehen mit dem Brief des Paulus. Auf diesem Weg durchläuft Onesimus verschiedene Stationen, in denen jeweils verschiedene Möglichkeiten von Freiheit diskutiert werden. Vergleichbar ist das Verfahren von E. Lange dem Vorgehen Th. Manns, der, einem Hinweis Goethes in Dichtung und Wahrheit folgend, aus der verhältnismäßig kurzen Josepherzählung der Bibel ein riesiges Romanwerk gemacht hat. Unsere Grundidee besteht nun darin, das Stück als Theater im Theater zu inszenieren. Zwei Spielleiter fordern jeweils verschiedene Gruppen (Kinderchor, Jugendchor, Techniker, Musiker) auf, die einzelnen Stationen der damaligen Reise nachzuspielen. Deshalb wird auch die Rolle des Onesimus je Szene von verschiedenen Darstellern übernommen nur Tychikus, der wissend und helfend eingreifende Begleiter des Onesimus, wird in allen Szenen vom selben Schauspieler verkörpert und bildet damit die Konstante des Stückes. Die Idee des Theater im Theater spielen hat auch zur Folge, dass zunächst alle Beteiligten im neutralen Gewand den Aufführungsort betreten, sich dann aber für ihre jeweilige Szene mit bestimmten Accessoires kenntlich machen. Mit dieser Inszenierungsart wollen wir sowohl alle Beteiligten, also auch Techniker, Musiker, Dirigent, in das szenische Geschehen integrieren als auch die Bespielhaftigkeit der einzelnen Stationen deutlich machen, wobei es weniger um eindeutige Antworten als um das Stellen von Fragen geht. Abschließend eine kurze Inhaltsangabe des Stückes: Vorspiel: Onesimus sucht Zuflucht beim Apostel Paulus, der seinerseits mit seinem Gehilfen Tychikus von den römischen Besatzern in Schutzhaft genommen wurde. Paulus schickt Onesimus mit einem Brief und in Begleitung des Tychikus zurück zu seinem Herren, damit dieser ihn wieder aufnähme, nicht als Sklave, sondern als Bruder. 1.Station: In der Taverne Onesimus und Tychikus treffen in einem Gasthaus auf mehrer römische Trinker, deren Lebensinhalt über das eigene, möglichst sorglose Wohlbefinden nicht hinaus geht. 2. Station: Im Vorratshaus eines Gutshofes Hier hat sich eine christliche Gemeinde versammelt. Onesimus erlebt, dass dem Gemeindeleiter der Schutz seiner Gemeinde wichtiger ist als der Einsatz für die Rechte eines Sklaven, der Mitglied dieser Gemeinde ist. 3. Station: Beim Zelt eines Sterndeuters Onesimus schließt sich einem betrügerischen Sterndeuter an. Tychikus kann ihn nicht zur Fortsetzung der gemeinsamen Reise bewegen. 4. Station: Im Hauptquartier aufständischer Sklaven Während eines lokalen Sklavenaufstandes erlebt Onesimus, wie chancenlos der Versuch ist, Gewalt mit Gewalt zu besiegen. 5. Station: Vor einem Landhaus Onesimus findet Ruhe im Haus des Glaukos. Seine Tochter Laura erwidert die Zuneigung Onesimus’, aber die Umstände verhindern persönliches Glück. 6. Station Im Wachlokal einer römischen Garnison Onesimus erhält die persönliche Freiheit von seinem Besitzer, kann diesen Weg aber nicht antreten, weil die Römer ihm Mord und Aufruhr vorwerfen. Nachspiel: Die Spielleiter beschließen das Stück mit dem Hinweis, dass Onesimus aus Mangel an Beweisen von den Römern freigegeben werden musste. Am Ende bleibt die Frage: Habt ihr schon euren Brief bestellt, den Brief, der euch betrifft?. Karsten Seibt GemeindeveranstaltungenGemeindeversammlung Im Anschluss an den Gottesdienst am 2.5.2004 wollen wir in der Auferstehungskirche unsere diesjährige Gemeindeversammlung durchführen. Hier möchte der GKR über die neuesten Entwicklungen in unserer Gemeinde berichten, u.a. über die weiteren Planungen für die Dorfkirche, über unsere evangelische Grundschule und die Gründung des Fördervereins Kirchenbauten Kleinmachnow e.V.. Neben dem Bericht wird viel Raum für Nachfragen sein und eine hoffentlich rege Diskussion stattfinden. Damit wir zum gemeinsamen Essen noch zusammen sein können, bitten wir Sie um einen Beitrag zum Mittagsimbiss, z.B. einen Salat o.ä. Brot und Getränke werden gestellt. Pfr. Duschka Gemeindenachmittage Sonnabend, 17.4.2004, 15.00 Uhr, Gemeindehaus, Jägerstieg 2 Die Evangelische Schule in Kleinmachnow Informationen von Frau Barbara Nieter, Vorsitzende des Ev. Schulvereins Sonnabend, 8.5.2004, 15.00 Uhr, Gemeindehaus, Jägerstieg 2 Leben und Studieren in Jerusalem Dia-Vortrag von Pfarrer Jürgen Duschka Bitte beachten Sie, dass die Gemeindenachmittage jetzt immer am Sonnabend stattfinden. Guntram Kern Gemeindeausflug Nimm dir Spezerei: Balsam, Stakte, Galban und reinen Weihrauch ... Wissen Sie, welche Pflanzen sich hinter diesen duftenden Harzen verbergen? Kennen Sie die Beziehungen zwischen dem Manna der Wüste und winzigen Insekten? Am 15. Mai 2004 wollen wir uns zusammen mit Frau Gerda Döderlein (Biologin) in den Botanischen Garten Dahlem aufmachen. Bei einem Rundgang im Freiland und im Mittelmeerhaus werden wir mit duftendem Räucherwerk, Bäumen und Kräutern bekannt gemacht, die in biblischen Erzählungen genannt werden. Abfahrt mit PKW: 14.30 Uhr vom Jägerstieg. Eintritt: 5,- Euro pro Person Im Anschluss an die Führung sind Sie dort zu einer Kaffeetafel eingeladen. Falls Sie Interesse an der Teilnahme haben, melden Sie sich bitte bis zum 12. Mai bei Frau Mehler im Büro an. Mit-Fahrgelegenheiten können dann abgesprochen werden. Pfr. Duschka Freude und TrauerKirchlich bestattet wurden Hedi Jack, 69 Jahre Getauft wurde Amélie Gräfin von HohenthalGruppen und KreiseChristenlehre Konfirmandenunterricht Junge Gemeinde (Jugendkeller Jägerstieg 1) Großer Chor, Kammerchor, Jugendchor (ab 8. Klasse), Kinderchor (4.-7. Klasse), Kinderchor (2.-3. Klasse), Kinderchor (1.-2. Klasse) KDV-Beratung Biblischer Gesprächskreis für junge Erwachsene Kreis für Gemeindearbeit Mutter-Kind-Kreis Bibelkreis Literatur-Gesprächskreis Frauenkreis Treffpunkt aller Gemeindegruppen (außer Junge Gemeinde) ist das Gemeindehaus im Jägerstieg 2. AnsprechpartnerPfarrer, Herr D. Langhein Pfarrer, Herr J. Duschka Kantor, Herr K. Seibt Diakon, Herr M. Bindemann Kirchwart, Herr P. Schönfeld Kindertagesstätte Arche, Frau Anette Hartmann Kirchenbüro, Frau U. Mehler Friedhofsbüro, Frau B. Jungbär ImpressumHerausgegeben vom Redaktionskreis Gemeindebrief im Auftrag des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow Letzte Aktualisierung
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