Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow
Gemeindebrief Juni/Juli 1999 (Auszüge)
Gedanken zum Monatsspruch für den Monat JuniWer kann die großen Taten des Herrn erzählen, all seinen Ruhm verkünden? Psalm 106,2 Ist das eine rhetorische Frage? Weiß der Dichter des Psalmwortes, daß jeder in der Lage ist, von den Taten des Herrn zu erzählen? Sind wir in der Lage dazu? Reicht bloß unsere Zeit nicht aus, um alle Werke zu beschreiben? Oder ist es eine echte Frage? Eine Frage in dem Bewußtsein, daß wir unvermögend sind, davon zu erzählen? Fehlt es uns an Begriffen und Worten, um die Schönheit der Werke Gottes zu beschreiben? Oder ist die Frage des Psalmisten für uns zu einer wirklichen Frage geworden? Eine Frage, die wir uns hilflos gefallen lassen müssen, weil uns einfach nichts dazu einfällt? Sind wir nicht in der Lage zu rühmen, weil wir nichts oder nichts mehr erleben, was wir erzählen könnten? Die ersten beiden Frageformen hatte der Dichter des Spruches vielleicht im Sinn, als er seinen Psalm schrieb, die letzte sicher nicht. Heute aber scheint gerade diese letzte Form verbreitet zu sein. Es ist still geworden um Gott und seine Taten, zumindest außerhalb des Gottesdienstes. Wenn das so ist, kann es viele verschiedene Ursachen haben: Vielleicht hat uns das Leid in dieser Welt und die schlimmen eigenen Erfahrungen verstummen lassen. Oder unser Weltbild hat die Taten Gottes so weit an den Rand gedrängt, daß es sie für uns nicht mehr gibt. Möglich ist, daß wir unsicher sind, ob wir Gott gespürt haben und deshalb lieber schweigen. Oder wir leben so unabhängig, daß seine Werke um unserer Freiheit willen verschwunden sind. Zu guter Letzt fehlen sie uns gar nicht. Sollte das so sein, läßt unser Monatsspruch uns nur mit den Schultern zucken. Wenn wir jedoch die Taten Gottes vermissen, dann haben wir den ersten Schritt getan. Dann sind wir bereits auf der Suche. Dann halten wir schon Ausschau nach den Spuren Gottes. Aber wo müssen wir suchen? Zuallererst in unserem Leben, in unseren Erlebnissen, in unserer Biographie. Alle allgemeinen Aussagen über Gottes Wirken bleiben für uns abstrakt. Wir müssen zu uns selbst kommen, Nur was wir selbst spüren, wird für uns wirklich. Aber wie können wir suchen? Das geht nicht mit hektischer Betriebsamkeit, nicht mit großem Aufwand. Wir müssen still werden. Wir müssen uns Zeit nehmen und Ruhe. Wir brauchen dazu Einsamkeit und die nachdenklichen Gespräche. Was kann uns bei der Suche unterstützen? Um die eigenen Erfahrungen einordnen zu können, brauchen wir die Erfahrungen anderer. Die finden wir zum einen in der Bibel. Viele Generationen haben dort ihre Erlebnisse und Interpretationen hinterlassen. Zum anderen begegnen sie uns im Austausch mit anderen. Das ist selten geworden. Gerade deshalb sollten wir ruhig mehr darüber reden. Bringen wir Gott wieder ins Gespräch. Lassen wir ihn in unseren Alltag hinein. Gelegenheit dazu gibt es genug. Kein Ort kann falsch dafür sein. Aber besonders geeignet soll unsere Kirchengemeinde dazu sein. Sehen wir uns, vielleicht beim Kirchweihjubiläum, beim Gesprächskreis oder einfach beim nächsten Gottesdienst. Bis dahin grüße ich Sie ganz herzlich. Ihr Christian Manntz, Pfarrer i. E. Nachrichten/Beiträge/BerichteVorankündigung zum Besuch aus der Partnergemeinde Schopfheim „Unsere Ängste, Hoffnungen, Erfahrungen zusammen mit unserem Glauben eine Hilfe im Blick auf morgen Christsein mit gutem Grund“ Das ist ein vorläufiges Arbeitsthema, mit dem wir eine Begegnung im Herbst planen. Der Reformationstag, Sonntag, 31.10.1999, kann Anlaß für uns sein, in Gottesdienst und Gesprächsrunden wieder darüber nachzudenken, welche Aspekte unseres Glaubens Wegzeichen sind für die Zukunft unserer Kirche. Dazu haben wir auch Gesprächspartner aus Schopfheim eingeladen. Wie oft waren wir schon mit Menschen aus der dortigen Gemeinde zusammen, die wie wir auf der Suche nach einem evangeliumsgemäßen Leben sind! Wie ist es überhaupt zu der Verbindung mit Schopfheim gekommen? Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche hat 1953/54 jede Kirchengemeinde im östlichen Teil einer Kirchengemeinde im westlichen zugeteilt, also Kleinmachnow aus der BerlinBrandenburgischen Landeskirche zu Schopfheim aus der Landeskirche Baden. Durch direkte Beziehungen sollte die Zusammengehörigkeit der beiden getrennten Teile Deutschlands dokumentiert und die Folgen der Trennung gemildert werden. Im November 1954, also vor 45 Jahren, fast auf den Tag des jetzigen Einladungstermins, kam es zu der ersten Begegnung: eine kleine Abordnung aus dem Gemeindekirchenrat und der Jungen Gemeinde Kleinmachnow war zu Besuch in Schopfheim. Regelmäßige Treffen von Gemeindegliedern aus beiden Orten gab es dann seit Mitte der 70er Jahre, zunächst in Berlin (Ost), dann, als die Einreise wieder möglich wurde, in Kleinmachnow, schließlich nach dem Fall der Mauer endlich auch in Schopfheim. Für manchen von uns bleibt unvergessen, von Menschen aus dem weit entfernten Schopfheim die Verbundenheit erlebt zu haben und die Bereitschaft, die Situation von Christen in der DDR kennenzulernen und zu verstehen. Unvergeßlich sind sicherlich für manchen Schopfheimer auch die Reisen durch die DDR wie auch die unruhigen letzten Oktobertage 1989 mit uns zusammen. Nun hat sich die Zeit wieder gewandelt. Eine neue Situtation ist eingetreten. Viele neue Gemeindeglieder sind in Kleinmachnow durch ihren Zuzug dazugekommen und bereichern das Leben unserer Kirchengemeinde. Daraus ergeben sich neue Chancen für die Verbindung mit Schopfheim und das gemeinsame Gespräch über ein von der biblischen Botschaft geprägtes Leben. Immer wieder muß in die kleine Münze unseres Alltags umgewechselt werden, was Martin Luther meint, wenn er schreibt: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Das Programm für die Gemeindebegegnung, einschließlich eines Tagesausflugs in das neue Berlin, wird noch bekanntgegeben. Voraussichtlicher Termin für den Aufenthalt: 29.10 bis 1.11.1999. Schon jetzt aber bitten wir darum, daß die, die interessiert und bereit sind, einen Gast aus der Kirchengemeinde Schopfheim aufzunehmen, dies im Kirchenbüro mitteilen. Pfarrer Elliger Mittwoch, 30.06.1999, 20.00 Uhr, Gemeindehaus, Jägerstieg 2 Thema: „Gott und das Leid“
Nachdem wir nun schon dreimal in unterschiedlicher Zusammensetzung ins Gespräch gekommen sind, lade ich Sie zum Abschluß dieser ersten Gesprächsreihe nochmals herzlich ein. Auch dieses Mal wird unser Thema „Gott“ sein. Wir wollen uns mit einer Frage beschäftigen, die sich viele Menschen immer wieder stellen: Warum läßt Gott all das Leid auf der Welt zu? Ich werde Ihnen einige Gedanken verschiedener Theologen vorstellen, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Im Anschluß daran wollen wir unsere Meinungen und Fragen diskutieren. Christian Manntz Gottesdienste
* Der EineWeltLaden hat geöffnet.
KirchenmusikSonntag, 20.06.1999, 15.00 Uhr, Dorfkirche zum 402. Kirchweihjubiläum Konzert für Chor, Orgel, Solotenor, Harfe, Violine und Bratsche (C. Franck: Psalm 150; L. Janacek: Das Vaterunser; Max Reger: Choralkantate „Meinen Jesum laß ich nicht“) Großer Chor der Kantorei; Ensemble; Leitung und Orgel: Karsten Seibt
Sonntag, 25.07.1999, 17.00 Uhr, Dorfkirche Orgelkonzert zum 249. Todestag Johann Sebastian Bachs Björn O. Wiede (Potsdam) GemeindeveranstaltungenSonntag, 13.06.1999 im Gemeindehaus, Jägerstieg 2 Thema: „Schon bei Eva fing es an“ mit Frau Pastorin Fleischer 402. Kirchweihjubiläum der Dorfkirche Sonntag, 20.06.1999, Dorfkirche Beginn 15.00 Uhr: Konzert des Großen Chores der Kantorei danach Angebote: Kaffee und Kuchen; TaizéSingen in der Kirche; Erläuterungen zu den Tafelbildern des Altars; EineWeltStand; Spiel und Basteln für Kinder 18.00 Uhr: Abschlußgottesdienst mit dem Kinderchor der Kantorei Samstag, 03.07.1999, 15.00 19.00 Uhr, Gemeindehaus, Jägerstieg 2 Alle Kinder der 1. 6. Klasse sind eingeladen, diesen Nachmittag mit Spaß, Spiel und Überraschungen zu verbringen. Bitte bringt etwas Kuchen für unser Buffet und 3, DM mit. Freude und TrauerKirchlich bestattet wurden: Frau Meta Lauber 67 Jahre Frau Irmgard Tetsch 83 Jahre Frau Hilda Scholz 84 Jahre Herr Helmut Knaack 70 Jahre Getauft wurden: Friedemann Mücket Esther Toben Johanna Reich Moritz Hertel Frederic Braun Konfirmiert wurden: Christoph Deglau Michael Grundig Moritz Hertel Michael Klassen Friedemann Mücket Konstanin Mücket Teresa Plew Simon Ullmann Gruppen und KreiseChristenlehre (Gemeindehaus Jägerstieg 2) Konfirmandenunterricht (Gemeindehaus Jägerstieg 2) Junge Gemeinde (Jugendkeller Jägerstieg 1) Bibelgesprächskreis der Senioren(Gemeindehaus Jägerstieg 2) Kirchenchor, Jugendchor (ab 8. Klasse), Kinderchor (3.-7. Klasse), Kinderchor (1.-2. Klasse) Kreis für Gemeindearbeit (Gemeindehaus Jägerstieg 2) AnsprechpartnerPfarrer, Herr D. Langhein Kantor, Herr K. Seibt Katechet, Herr M. Bindemann Kirchwart, Herr P. Schönfeld Evangelischer Kindergarten, Frau C. Spiekermann Kirchenbüro, Frau U. Mehler Friedhofsbüro, Frau I. Wellmann ImpressumHerausgegeben vom Redaktionskreis Gemeindebrief im Auftrag des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow
Redaktionsschluß für die Ausgabe August/September 1999: Dienstag, 20. Juli 1999 Nächste Postvorbereitung: Mittwoch, 28. Juli 1999, 10.00 Uhr letzte Aktualisierung |
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