Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde KleinmachnowBonhoeffer Liedtexte des Chores
Ausgewählte Chortexte
Zitate sind kursiv gedruckt
Gemeinschaft der Heiligen, Gott lädt uns ein! Wer sind wir Christen, werden wir sein?
Ein wichtiges Bild, ein großes Wort: Gemeinschaft der Heiligen, Kirche vor Ort. Wer ist nun heilig? Wer ist perfekt? Wer wurde vom Geist zum Leben erweckt?
Ein starker Begriff, ein Wunderwort: Gemeinschaft der Heiligen, Kirche vor Ort! Wir Menschen sind Bettler, das ist wahr! Die Heiligen sind auf Erden rar!
Die Erde bleibt unsre Mutter, wie Gott unser Vater ist. Bleibe bei uns, Mutter, bleibe bei uns, Vater, damit wir Kinder werden, damit wir Kinder werden. Amen, Amen.
Tu deinen Mund auf für die Stummen! Wer weiß denn noch, dass dies eine Forderung der Bibel ist? Gott erbarme dich!
Du Christ, du glaubst, das all die Predigtworte, die pflichtgemäß du hörst vom Kanzelorte, die Menschheit formen und zu Gott bekehren? – Tritt vor die Tür, Verfolgung abzuwehren!
Du findest ihn am Kreuz, der Tode schmeckte und mit Verfolgung floh und sich versteckte, der mit Gebeugten lag in Staub und Jammer – Er steht jetzt auf, tritt aus der Todes Kammer!
Wenn man in einen falschen Zug einsteigt, nützt es nichts, nützt es nichts, nützt es nichts, wenn man im Gang entgegen der Fahrtrichtung läuft! Flüchten oder standhalten, flüchten oder standhalten? Wie werden wir überleben?
In einer Zeit, die Bomben legt und Kinder foltert und tötet, und jeder schweigt, obwohl vom Blut die stumme Erde sich rötet, in solcher Zeit fragt Christus uns, ob wir es wagen, den Frieden zu tun, die Wahrheit des Friedens zu sagen?
In einer Zeit, die süchtig ist nach alles zerstörenden Kriegen, die von Vernichtung des Gegners spricht, von ohrenbetäubenden Siegen, in solcher Zeit fragt Christus uns, ob wir nun schreien, Gerechtigkeit tun, Gefangene mutig befreien?
In einer Zeit, die nur der Macht des Geldes mag vertrauen, und die versucht, auf Geldkaufkraft die Zukunft aufzubauen, in solcher Zeit fragt Christus uns, ob wir nun losgehn, zu Schwächeren hin, den Ärmsten zur Seite zu stehen?
Nur wer für Juden schreit, darf gregorianisch singen! Nur wer für Juden schreit, darf vor Gott sein Halleluja bringen!
Im November 38, da war's bei uns schlimm? Die Reichsprogromnacht? Halb so schlimm, nimm Vim! Jetzt müssen die Leute im Rinnstein gehen, mit gelbem Stern in der Straßenbahn stehn? Und Pfarrer, die selbst Juden waren, die kann sich die Kirche wahrhaftig ersparen? „The Fiddler on the Roof“, er weint und geigt – Und das Volk schaut weg und schweigt und schweigt!
Nur wer für Kurden schreit, darf gregorianisch singen! Nur wer für Juden schreit, darf vor Gott sein Halleluja bringen!
Im Dezember 96 – das geht aber fix – die Kurden soll'n weg! Da kennen wie nix – und bloß keine Tricks! Jetzt kommen die Leute in Abschiebehaft. Mal sehn, ob der Staat dieses Stückchen nicht schafft! Mal sehen, es wird uns gewiss gelingen, das wir die Bosnier nach Bosnien bringen. Fast jeder findt's richtig – und auch toll. Und wir sagen so gern: „Das Boot ist voll!“
Nur wer für Arme schreit, darf gregorianisch singen! Nur wer für Juden schreit, darf vor Gott sein Halleluja bringen!
Und 2006, dann sind wir soweit. Jetzt Schluss mit der Gnade. Jetzt ist's so weit, das wurde auch Zeit. Nie haben wir Geld! Die Alten, Kranken werden immer teuer, das wird ja alles immer ungeheuer, von überall drängen die Armen herein. Wir können doch kein Selbstbedienungsladen sein. Wer arm ist, muss selbst schuld daran sein. Geschwätz von gestern, was hat's mich gestört? Und das Armengeschrei – nix gehört!
Vor mir liegt mein Tag. Was aus ihm wird, weiß ich nicht! Ich höre des Engels Ruf: „Fürchte dich nicht!“ Gott, du mein Licht!
Vor mir liegt die Zeit. Was aus ihr wird, weiß nur Gott! Ich höre des Christus Ruf: „Fürchte dich nicht!“ Gott, mein Licht!
Ich werde mich finden, wo Gott ist. Er nimmt mich mit auf den Weg. Ich will nicht ausweichen. Du bist ein Gott für mich.
Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht. Dann will ich gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen. Vorher aber nicht! Vorher aber nicht!
Das Leben ist Gottes Ziel mit uns, das Leben, für das wir singen, das Rätselhafte, die Leiden auch! Wer hofft, wird aufstehn aus Trümmern und Rauch, wird Angst und Hass durchdringen. Seid dankbar, seid dankbar!
Gott macht mich stark zum Widerstand, wenn Angst und Schmerz mich binden. Die Nacht, die mir im Herzen wächst, wirst du, Gott, überwinden.
Du, Freude, wach im Herzen auf! Ich grüß euch, Menschengeschwister. Wir treten zu Tisch und segnen uns. Zum Lied wird banges Geflüster.
Wir singen vor Glück. Die Freiheit grüßt. Wir werden atmen und leben. Ein scheuer, zarter Friedensglanz wird unsere Herzen durchweben.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede. In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.
Der Morgen graut. Und bleibt doch Nacht. Es wachsen Dunkelheiten. Gott, sei mir Licht im Finsterland, in Angst und Not der Zeiten.
Die Angst steht auf. Ich weiß, es läuft die Weltzeit aus dem Ruder. Ich klag im Streit um Geld und Macht: „Wo bist du, Schwester, Bruder?“
Ich dank dir, Gott. Dein Glanz wird hell, wo Menschen Hände reichen. Wo Bittres wächst, so dunkel, grell, machst du dich uns zum Zeichen.
Ich sitze auf dem Fensterbrett, schau vorwärts und zurück. Von hier aus hab ich auf die Stadt ein'n herrlichen weiten Blick. Und morgen, Liebster, suche ich 'ne Postkarte heraus. Die schick ich die. Du schaust sie an und bist bei mir zuhaus!
Leb wohl und freu dich drauf, wenn ich zu dir komm. Nimm mich nicht allzu ernst, deine Maria.
Heute schrieb ich Dir, fing an, hört auf, und sprach dann nichts mehr aus. Noch nie hab ich dies so gespürt: Die Worte gehen mir aus. Was wäre, wenn ein jedes Wort, das ich von Dir nur denk, gleich einem Feste atmen könnt? – Das Leben – ein Geschenk?
Ein Jahr sind wir nun heut verlobt. Ein Jahr – den Augenblick vergess ich nicht. Mein Lieb bist du. Ich blicke heut zurück. So reich war dieses Jahr für mich, so voller Schmerz und Angst. Ich trag an deinem Schmerze mit, wenn du in Hoffnung bangst.
Leb wohl und freu dich drauf, wenn ich zu dir komm! Nimm mich nun ganz, ganz ernst, deine Maria.
Es gibt eine Tod von außen. Es gibt einen Tod von innen. Der äußere Tod erreicht uns nur, wenn wir innen zu sterben beginnen. Es gibt einen Tod von außen. Es gibt einen Tod von innen. Ob wir sterben oder leben, – wenn wir zu leben beginnen, bleibt aller tod draußen.
Nicht das Beliebege, sondern das Rechte tun und wagen, allem Sterben Leben ansagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, leben, leben, leben.
Es gibt eine Kraft von außen. Es gibt eine Kraft von innen. Im Glauben, der das Sterben annimmt, will Gott zu leben beginnen. Es gibt eine Kraft von außen. Es gibt eine Kraft von innen. Gott will in uns überleben. Wenn wir zu leben beginnen, bleibt aller Tod draußen.
Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.
Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinen Bewachern frei und freundschaftlich klar, als hätte ich zugebieten.
Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer, der Siegen gewohnt ist.
Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bich ich nur das, was ich selbst von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vodel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mit einer die Kehle, hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über menschliche Willkür und kleinlichste Kränkung, umgestrieben vom Warten auf große Dinge, ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen, matt, und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich nicht beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlicher wehleidiger Schwächling? Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bich ich, – Gott.
Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das Du uns geschaffen hast.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann woll´n wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Laß warm und hell die Kerzen heute flammen, die Du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen! Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Gefasst und ruhig trittst du aus der Zelle, im Morgengrauen, Finsternis statt Helle. Du hast gebtet, Mut und Klageton: „Ich trete, Gott, vor deinen Thron.“
Am Tage vorher konntest du es wagen, den Mitgefangenen ein Wort zu sagen. Du sprichst von Hoffnung, neuer Lebenszeit, du gleubst, vertraust: Ich würde nun befreit.
Die starken, tätigen Hände sind dir gebunden. Man hat dich geschunden.
Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende eines Lebens der Tat, weißt keinen Rat, schaust deinen Tod. Einen Augenblick berührst du selig die Freiheit, dann übergibst du sei Gott, dass er sie vollende.
Warum dies Sterben, jetzt, zum Schluss des Krieges? Das Ende vor dem Ende, statt des Sieges? Das Ende, sagst du, wird zum Neubeginn, vertraust dem Leben, seinem Brudersinn.
Mit denen, die vergast sind und erschossen, gehst du den Weg, mit Juden und Genossen. In Christus stirbst du. In ihm stehst du auf. Dein Weg ins Dunkel geht uns leuchtend auf.
Ich glaube, ich glaube an die Universität der Brüderlichkeit. Werdet Geschwister, ihr Menschen, zieht Christus an, zieht Christus an, der Liebe und Versöhnung Kleid!
Uns bleibt der Weg, jeden Tag so zu leben, als sei er der letzte, und doch zu vertrauen: Es gibt eine Zukunft. Wir werden sie schauen. Amen. Amen. Amen.
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letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.2011, 10:24
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