Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow


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Gemeindefreizeit Hirschluch

Vom 30. April bis zum 3. Mai 2009 fand eine Gemeindefreizeit in Hirschluch statt. Es folgen einige Stimmen begeisterter Teilnehmer.

 

Es war ein Erlebnis der besonderen Art: Hatten sich doch vom 30. April bis 3. Mai mehr als 100 Menschen in der evangelischen Jugendbildungs- und Begegnungsstatte Hirschluch getroffen, um dort eine Zeit zu verbringen, die einer Reise ins Ungewisse glich. Martin Gürtlers Hartnäckigkeit und das Engagement seiner acht Mitstreiter haben, entgegen bzw. trotz der Widrigkeiten bei der Vorbereitung, die Vision und den Wunsch von Gemeindegliedern Wirklichkeit werden lassen, ein paar Tage gemeinsam mit Menschen unserer Gemeinde verbringen zu können. Gott sei Dank, dass wir auch in unserer Gemeinde solche Menschen haben die - auch wenn die Aussichten schlecht sind, kein Geld da ist, niemand mitzieht und fast alles alleine gemacht werden muss - sich für eine Idee und für andere Menschen so stark machen. Dazu zahlen natürlich auch die wunderbaren Menschen, welche an diesen Tagen als Gruppenleiter mit Riesenengagement die Laien in den verschiedenen Künsten anleiteten.

Außer ein paar Ankündigungen war wenig bekannt. Man sollte dort Töpfern, mit Holz und Metall arbeiten, Singen, Musizieren und Theater spielen können. Malen und Gestalten, Pantomime und Tanz, Meditation und Bibelarbeit oder einfach nur Entspannen waren angekündigt. Angebote solcher Art sind heutzutage häufig anzutreffen. Deswegen allein kamen nicht über 100 Menschen extra nach Hirschluch. Antrieb war die Aussicht, mit gleich gesinnten Menschen unterschiedlichen Alters aus unserer Kirchgemeinde in einer Atmosphäre der Mitmenschlichkeit, des Respekts gegenüber Anderen und des Vertrauens miteinander ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Obwohl jeder seine Zeit auf eigene Weise verbrachte, ging doch der Himmel mit allen, durch alle, also über allen auf. Der zum Abschluss von den meisten Teilnehmern geäußerte Wunsch, .beim nächsten Mal unbedingt wieder dabei sein und wieder etwas tun zu wollen zeigt deutlich die Sehnsucht in unserer Gemeinde einerseits nach individuellem kreativen Schaffen, andererseits aber auch nach der Gemeinschaft in unserer christlichen Gemeinde, die in Hirschluch viel an Leben dazugewonnen hat.


Unsere Familie gehörte zu den Teilnehmern dieser ersten Gemeindefreizeit in Hirschluch. Ich habe die meiste Zeit an der Malgruppe teilgenommen. Da der eigentliche Gruppenleiter erkrankt war, halfen uns sowohl Christel Kern als auch Marion Thomas, Mut und Inspiration zum Malen mit Acryl- und Aquarellfarben zu finden. Es war ein sehr schönes Erlebnis:

Schönstes Sommerwetter, Frösche quakten, die Mucken schwirrten, wir, am Teich mit Staffelei und Farben kreativ sein, sich ausprobieren, vielleicht sogar Ideen auf das Papier bringen, aber auch wieder andern, mit den anderen zusammen konzentriert beschäftigt sein . selbst die mitmalenden Kinder waren Fachpartner. am Schluss waren wir alle glücklich und wollen bei der nächsten Gemeindefreizeit wieder malen.


Die Freizeit in Hirschluch wird bei Jung und Alt in unauslöschlicher Erinnerung bleiben. Der Himmel ging mit vollem Sonnenschein über uns Gemeindebrief Juni/Juli 2009 Seite 12 auf und tauchte die einmalige Landschaft in leuchtende Farben. Der Teich mit seinen quakenden Fröschen und dahin schlängelnden Ringelnattern hatte nicht nur für Kinder eine starke Anziehungskraft. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang zur Dune mit den urigen Kiefern war eine Entspannung nach einem erfüllten und ausgefüllten Tag. In den thematisch sehr unterschiedlichen Arbeitsgruppen lernte man sich aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen. Wer hat schon mal aus Eisen Kreuze oder aus Holz geflügelte Vogel gefertigt? Erstaunlich war, dass viele auch an Theaterspielen Freude hatten und ihre erarbeiteten Stucke dann auch noch vor einem begeisterten Publikum aufführten. Das Thema: der Himmel geht über allen auf, war stets spürbar im gemeinsamen Singen und Beten. Die Abendandacht unter dem Hochkreuz im Wald am letzten Abend hat wohl jeden tief berührt. Der Hohepunkt der Freizeit war der gemeinsam gestaltete Gottesdienst am Sonntag in der Kapelle, in dem Gedanken aus der Bibelarbeit aufgenommen wurden. Wir sind dankbar für die Gemeinschaft, die wir erfahren haben und danken denen, die ein Jahr lang dieses Treffen vorbereiteten und die Arbeitsgruppen anleiteten. Allen fiel das Abschiednehmen schwer.


Beim Workshop Metall hatten wir die Aufgabe, aus den unterschiedlichsten Eisenstangen gleichschenkelige Kreuze herzustellen. Mit Eifer und Kreativität wurde gesagt, gefeilt, gebohrt und geschliffen. Anschließend wurden die so entstandenen fast 20 kleinen Kreuze durch den Schmied Christian Roehl zusammengeschweißt und am großen Kreuz angebracht. Es war beeindruckend, wie nach und nach das Kreuz wuchs und sich veränderte und immer neue Eindrucke gewonnen werden konnten. Für alle Teilnehmer war es ein ganz besonderes Erlebnis, das Eisen zu schmieden und damit dem Thema naher zu kommen.


Der Workshop Holz war ein Angebot für alle Altersgruppen. Es sollten Vogel hergestellt werden. Das russische Modell sah recht anspruchsvoll aus. Aber unter der sachkundigen Anleitung des überaus geduldigen Tischlermeisters kam Erstaunliches zustande. Kinder, Eltern und Großeltern waren gleichermaßen eifrig beim Raspeln, Feilen und Schleifen. Keiner von uns wusste, dass man Holz kochen kann, um es geschmeidig zu machen. Die dünn geschnittenen Flügel und Schwanzfedern konnten so von Herrn Praetsch gespreizt und anschließend fixiert werden. Viele, ganz unterschiedliche Vogel sind am Ende entstanden und können im Gemeindehaus besichtigt werden. Sie sollen als Mobile den Kirchraum schmucken: Der Himmel geht über allen auf.


Viel Freiraum für die Kinder und die Erwachsenen, viele Workshops und viel Neues, das wir probieren konnten. Ich wollte von Anfang an mal mit Metall arbeiten und so war ich ganz gespannt, als wir am Freitag früh dann loslegen durften. Einige wurden sehr schnell mit ihren Kreuzen fertig, andere fertigten gleich mehrere an und manche arbeiteten tolle Kunstwerke heraus. Das Gesamtwerk aus verschiedensten Formen ist ganz schon geworden und ich bin gespannt, wann es in Kleinmachnow ankommt und wie es von der Gemeinde aufgenommen Gemeindebrief Juni/Juli 2009 Seite 13 wird. Wir sind begeistert und stolz. hoffentlich geht es nächstes Jahr wieder nach Hirschluch.


Schmutzige Hände. Braun. Klebrig. Formbar. Was kommt wohl raus? Himmlisches! Ja, das Töpfern hat uns großen Spaß gemacht. Wir gestalteten Vogelschalen, Handabdrucke, Klapperkugeln und konnten unserer eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Zum Gluck hatten wir auch professionelle Unterstützung. Wir danken Alice Bahra für ihre Geduld und Hilfe und dafür, dass sie unsere Kunstwerke durch das Brennen vollendete.


Das war wie drei Wochen Urlaub Ich habe selten erlebt, dass so viele unterschiedliche Menschen verschiedener Generationen in nur drei Tagen zu so einer tollen Gemeinschaft zusammenwachsen, und das bei wunderbarstem Wetter, das natürlich alles unendlich erleichtert hat. Für uns Baumbachs war Hirschluch wie ein kleines Stuck Paradies!


Was ich schon immer mal machen wollte, Theater spielen! Theater spielen bei Bernhard und Antonia, da bin ich dabei. Workshop in Hirschluch, zwei Tage sich selber ausprobieren. Am Freitagmorgen treffen wir uns, nach gemeinsamem Frühstück, im .Haus der Begegnung. Ich schaue in die Runde, mir kommen Zweifel, mochte ich wirklich Theater spielen oder doch lieber töpfern, malen, einfach nur in der strahlenden Sonne entspannen? Entspannen und nichts tun, auch das ist an diesem Wochenende mal erlaubt. So, jetzt muss die Entscheidung fallen, noch ein Blick in die Gruppe, die Hälfte kenne ich, kann ich mich denen wirklich öffnen und Theater spielen? Ich bleibe! Durch Aufwärmübungen, wie über eine imaginäre Maus springen oder einen nicht existierenden Ball werfen und fangen, ein Frage- und Antwortspiel in Fantasiesprache, verlieren wir Hemmungen und Ängste und stellen uns der ersten Herausforderung: Der Kartonstreit! Klar kann ich schreien, brüllen und mich aufregen, doch ich kenne die Reaktionen und Antworten meines Mitstreiters nicht. Wahrend ich die ersten Pärchen beobachte wird mir doch etwas mulmig. Bernhard und Antonia stacheln immer wieder an: .Lass es dir nicht gefallen! Bleib dran! Geh hin, du darfst auch handgreiflich werden. Sag, was du willst und werde lauter. Mehr provozieren! Ich vergesse die Zuschauer, spielen wir oder lernen wir mit Streitsituationen umzugehen? Ich habe Herzklopfen und bin froh, als es endlich vorbei ist, aber auch stolz, die Situation so gut gemeistert zu haben. Wir lernen zu improvisieren, der Gruppe zu vertrauen. Wir erarbeiten in Teams kleine Theaterstucke, welche wir am Samstagabend der gesamten Hirschluchgruppe vorstellen. Am Ende des Workshops haben wir neue Seiten an uns kennen gelernt und sind nach gelungenen Aufführungen stolz, erleichtert, glücklich und zufrieden. Ich bin dankbar, dies alles erlebt zu haben und mochte mich besonders bei Antonia und Bernhard für die tollen Tage bedanken. Ja, der Himmel geht über allen auf!

Bilder 1
Bilder 2
Bilder 3

 


letzte Aktualisierung
dieser Seite: 19.10.2011, 10:24

 


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