Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow
13. Gottesdienst in anderer Gestalt Referat HeitmeyerGuten Abend meine Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Einladung. Unser Thema: ICH BIN UNTEN und IHR SEID UNTER MIR. Unsere langjährige Studie beweist, dass die Deutschen von Jahr zu Jahr fremdenfeindlicher werden. Nun zu dem Vergleich Christen und Konfessionslose Die Christen scheinen aus der gewaltvollen Geschichte des Christentums nichts gelernt zu haben. Sie sind gegenüber einer Reihe von schwachen Gruppen der Gesellschaft feindseliger eingestellt als Konfessionslose. Unterbrechung durch Elke Entschuldigung, E. (lauter): Entschuldigung, wenn ich Sie unterbreche, ich würde gerne etwas klären. Das hier ist ein Gottesdienst und kein sozialwissenschaftliches Seminar über Fremdenfeindlichkeit. Diese ganzen Menschen hier sind gekommen, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Thematisch geht es zwar in die Richtung ihrer Studie, es geht um Gewalt sicher auch um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, um das Miteinander von Kulturen usw. aber wir wollen doch hier keinen Vortrag hören! Und außerdem, ich muss ehrlich sagen, Ihre Thesen kränken mich! Also, ich bin kein Rassist und habe nichts gegen Frauen, mit meinem schwulen Kollegen arbeite ich seit Jahren bestens zusammen.
Allerdings da muss ich Ihnen zustimmen .- er ist, weil er seine Homosexualität nie versteckt hat, auf ein kirchliches Abstellgleis geschoben worden. Ich stimme Ihnen zu: zumindest für die Kirchenleitung ist Homosexualität noch immer ein Problem. V: Sehen Sie, jetzt unterstützen Sie selbst meine These! E: Für fundamentalistische Gemeinden und in mancher Hinsicht selbst für die Kirchenleitung mag das zutreffen, aber dies hier ist keine fundamentalistische Gemeinde, hier leben recht gut situierte Menschen, auf unseren Schulhöfen wird deutsch gesprochen, was natürlich daran liegt, dass der Ausländeranteil in KLM gering ist. V: Also noch ein Stück heile Welt in KLM? E: Diese Probleme haben wir zumindest in der Schärfe wie in Berlin nicht. V: Und was ist mit Ihrer polnischen Putzfrau ist die angemeldet? E: Ich würde Ihnen gerne erzählen, wie es zu dem GD gekommen ist. Vielleicht kommen wir ja so ein Stück weiter: Gestern Abend und den ganzen Tag heute haben 120 Konfirmanden über das Thema Gewalt nachgedacht. Was ist für mich Gewalt? Ist es Gewalt, wenn ich in der U-Bahn blöd angemacht werde oder ist es erst dann Gewalt, wenn ich bedroht werde? Wie verhalte ich mich in Konfliktsituationen und was mache ich, wenn der Konflikt so groß wird, dass ich alleine nicht mehr klarkomme? Welche Vorbilder finden wir in der Geschichte des Christentums vor? Manche haben sich mit Albert Schweitzer, andere mit Mutter Theresa, wieder andere mit Rosa Parks und Martin Luther King beschäftigt. Und jetzt kommen Sie und wollen uns erzählen, das waren die Schlimmsten? Ihre Thesen sind völlig klischeehaft. Da gibt es folgende Konfliktsituation im Johannesevangelium, Kap 8: V: Sehen Sie, sie übernehmen doch noch meine Position… E: Warten Sie mal ab. Gute Idee, erst mal im Sand zu malen. Klaren Kopf behalten. Erst mal Zeit gewinnen. Ich kann mir vorstellen, wie die Typen schon unruhig werden und die Steine locker sitzen. V: Sehen Sie, religiöse Menschen sind frauenfeindlich und gewaltbereit! Ich sags Ihnen doch! Die stecken doch voller Aggressionen! Diese Geschichte bestätigt meine These voll! E.: Nun warten Sie doch mal ab, Sie sind ja genauso ungeduldig wie diese Männer! Zurück bleiben Jesus und die Frau. Jetzt, unter vier Augen so was gehört nämlich nicht in die Öffentlichkeit fragt Jesus sie: „Wo sind sie? Hat dich jemand verurteilt?“ Diese Begegnung wird sie nicht vergessen haben und die Männer mit den Steinen sicher auch nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich nochmals an einer Steinigung beteiligt haben. V: Da wär ich mir nicht so sicher. Schließlich ist Jesus auch hingerichtet worden. E: Und doch hat er Spuren hinterlassen. Sonst säßen wir nicht hier. Keiner von uns. Sie übrigens auch nicht. letzte Aktualisierung
|
Aktuell/Termine
Gemeinde
Archiv
Neubau
|