Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow


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Märkische Allgemeine Zeitung, 06.10.2007

150 junge Musiker auf Zeitreise in die 60er-Jahre

Der Kinder- und Jugendchor der Kantorei Kleinmachnow bringt das Leben des Bürgerrechtlers Martin Luther King auf die Bühne

Das bewegte Leben des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King wird der Kinder- und Jugendchor der Kantorei Kleinmachnow unter der Leitung von Karsten Seibt im kommenden Jahr auf die Bühne bringen. Das szenisch-musikalische Stück von Textautor Martin Ahrends führt auf beklemmende Weise die Rassentrennung im Nachkriegsamerika vor Augen. In den sieben Szenen lernen die Zuschauer Jim, einen schwarzen Jungen, und Jenny, ein weißes Mädchen, kennen und erleben, mit welchen Schwierigkeiten die beiden in ihrer Freundschaft zu kämpfen haben. Hoffnung, ihre Beziehung trotz ihrer unterschiedlichen Hautfarben aufrecht erhalten zu können, geben ihnen die Predigten von Martin Luther King.

In der Komposition von Bernhard Opitz finden sich Gospels und Spirituals wieder. Kinder- und Jugendchor proben ihre Teile getrennt. Die jungen Künstler, deren Proben nach den Sommerferien begonnen haben, sind jetzt schon gespannt, wie das Zusammenspiel von szenischer Darstellung, Chören und Orchester gelingt.

Nicht weniger als 150 Sängerinnen und Sänger, sowie zwölf Orchestermusiker wirken mit. Außerdem gehören zum Team die ausgebildeten Schauspieler und Theaterpädagogen Antonia Braun und Bernhard Hanuschik, die, wie schon bei vergangenen Aufführungen, die szenische Umsetzung betreuen. Um die Technik, das Bühnenbild, die Kostüme und die Requisite kümmert sich eine Gruppe ehrenamtlicher Helfer. Am 12. und 13. April 2008 soll das Stück in Berlin-Zehlendorf, in der Kirche „Zur Heimat“ uraufgeführt werden.

„King gilt uns als Beispiel, wie der Glaube Berge versetzen kann“, sagt Autor Ahrends. Es gehe ihm darum, „Fragen zu stellen, die auch 40 Jahre nach Kings gewaltsamem Tod aktuell geblieben sind“.

Größere szenische Stücke sind den Kleinmachnower Sängerinnen und Sängern nicht fremd. Mit „Franz von Assisi“ (2003), „Hiob“ (2005) und anderen Stücken haben sie bewiesen, dass auch anspruchsvolle Themen so dargestellt werden können, dass sie das Publikum faszinieren.

„Ich habe einen Traum“, sagte Martin Luther King in seiner berühmten Rede in Washington 1963. Dort stellte der Baptistenprediger aus dem US-Bundesstaat Alabama seinen Traum von einer Gesellschaft vor, die für alle gerecht ist und Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt. Im Unterschied zu anderen Bürgerrechtlern setzte King sich für einen gewaltlosen Widerstand. Er bewies viel Mut und mit seiner starken Überzeugungskraft brachte er viele Menschen dazu, ihm zu folgen. 1964 erhielt Martin Luther King den Friedensnobelpreis für sein Engagement. Am 4. April 1968 wurde er von einem weißen Attentäter ermordet.

Josefine Braunbeck


Der Jugendchor Kleinmachnow (Bild) probt derzeit seinen Part getrennt vom Kinderchor. Bei der Uraufführung im April werden beide Chöre vereint einen Klangkörper bilden.

Märkische Allgemeine Zeitung, 16.04.2008

„Ich habe einen Traum“

Kleinmachnower Schüler inszenieren monumentales Stück zu Ehren Martin Luther Kings

Ganze zwei Jahre brauchte das monumentale Projekt „Ich habe einen Traum – Martin Luther King auf dem Weg der Gewaltlosigkeit“ mit einer großen Schar jugendlicher Akteure von der Planung bis zur Uraufführung in der Kirche zur Heimat in Zehlendorf am vergangenen Samstag. Am Montagabend erlebte es in der Waschhaus-Arena seine Potsdamer Erstaufführung.

Es war eine gelungene Vorstellung mit eingängiger Sprache sowie vielen bearbeitete Gospels und Spirituals – ein gelungenes Stück Lebensgefühl der 60er Jahre. Im dritten großen szenischen Werk (nach „Hiob“ und „Franz von Assisi“) traten der Kinder und Jugendchor Kleinmachnow mit 150 Ausführenden der 5. bis 13. Klassenstufe, dazu zwölf Instrumentalisten und zahllosen Helfern am Rande – eindrucksvoll auf.

Besonders hervorhebenswert ist die Arbeit des musikalischen Leiters Karsten Seibt, der diesen personell so großen Apparat ständig aktiv forderte. Da waren die fast zwei Stunden Aufführung für die Jüngsten wohl eine starke Herausforderung, doch es entwickelte sich ein schlüssiges, dokumentarisch untersetztes, facettenreiches Bild vom großen amerikanischen Baptistenprediger, Bürgerrechtler und Nobelpreisträger. der zum Ende einem Mord zum Opfer fiel.

Die Inszenierung von Antonia Braun und Bernhard Hanuschik verzichtet bewusst auf opulente Bühnengestaltung. Ein Baugerüst diente in den zwölf Szenen als Wohnhaus der weißen und schwarzen Familie, als Domizil des Bürgerrechtlers, Handlungsort einer „sehr weißen Milchbar“, gar als Rathaus von Dallas. Davor agieren in Gruppen die weiße Polizei, afroamerikanische Demonstranten, gibt es Szenen der Gewalt und des Ausgleichs sowie der bewussten Gewaltlosigkeit. Es gab dabei viele beeindruckende, fantasievolle Bilder, die den Gedanken von Freiheit und Gerechtigkeit bis in die Gegenwart hineintrugen. Der Potsdamer Autor Martin Ahrens hatte keine chronologische Biographie Martin Luther Kings beabsichtigt, es ging ihm vielmehr um wichtige Aussagen Kings, wie den berühmten Spruch „Ich habe einen Traum“, um Aussagen aus seinen Predigten zur Gewaltlosigkeit und seinen konsequente Glauben an das Gute im Menschen.

Die Musik von Bernhard Opitz gab das kongenial wieder. Von Zitaten der Spirituals „Let my people go“, „Down by the river side“ bis zum Schlaflied „Hush little baby“ gab es viele musikalische Wiedererkennungsmomente.

Als musikalische Höhepunkte sind sicher die instrumentale Umrahmung im „Chor der Schuldigen“ und der Satz „Im Regen“ zu sehen. Im Letzteren singt ein Teil des Chores gleich einem Cantus firmus das Protestlied We shall overcome“, die anderen Chorsänger kontrastieren das mit der melodiösen Neben- stimme über „Wir stehen im Regen“.

Für den überzeugenden Erfolg der Aufführung sorgten aber die vielen jungen Akteure, die mit tiefer Ernsthaftigkeit und voller Konzentration einfühlsam agierten. Der Schlussbeifall konnte so nur zur Ovation geraten.

Matthias Müller


Ein Baugerüst diente als flexibles Bühnenbild.

Märkische Allgemeine Zeitung, 21.04.2008

Regierung schickt Musical auf Reisen

Mit 8000 Euro aus Lottomitteln unterstützt das Land eine Konzertreise des Kinder- und Jugendchores der evangelischen Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow. Die jungen Sänger präsentieren das szenische Musical „Ich habe einen Traum – Martin Luther King auf dem Wege der Gewaltlosigkeit“, wie die Staatskanzlei am Samstag mitteilte. Der schwarze Bürgerrechtler war am 4. April 1968 in Memphis (Tennessee) erschossen worden. Das Stück des Kleinmachnower Chores schildert Szenen aus dem Leben Martin Luther Kings. Die Reise vom 1. bis 4. Mai führt den Chor mit rund 150 Sängern nach Meißen, Mylau, Schwarzenberg und Dessau-Roßlau. Schüler der 5. bis 13. Klassenstufe wirken mit, dazu zwölf Instrumentalisten und viele Helfer am Rande. Die musikalische Leitung hat Karsten Seibt. Das Musical feierte am vergangenen Montag in Potsdam Premiere.

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letzte Aktualisierung
dieser Seite: 19.10.2011, 10:24

 


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