Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde Kleinmachnow


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Martin Luther King

Programmheft

Was noch vor vier Jahrzehnten niemand für möglich gehalten hätte, ist jetzt in greifbare Nähe gerückt: 40 Jahre nachdem der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King in Memphis erschossen wurde, kandidiert zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Farbiger um die Präsidentschaft. Trotz vieler Benachteiligungen, denen die Farbigen nach wie vor ausgesetzt sind, scheint dies heute möglich. Wie Kings Philosophie des gewaltlosen Widerstandes das Verhältnis der farbigen und weißen Amerikaner nachhaltig verändert hat, grenzt an ein Wunder.

Zum Text: Unser Stück schildert Szenen aus dem Leben Martin Luther Kings, die keiner biografischen Dramaturgie folgen. Es sind Szenen, die auch 40 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod aktuell geblieben sind. Durch gewaltlosen Widerstand nach Gandhis Vorbild gelang es King, in relativ kurzer Zeit die wesentlichen Ziele der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung durchzusetzen. Sein Appell an das Göttliche in beiden gegnerischen Parteien, an das bessere Selbst, hat die Weißen an ihren Gerechtigkeitssinn, die Schwarzen an ihr Menschenrecht gemahnt. MLK gilt uns als Beispiel, wie der Glaube Berge versetzen kann, wenn ein tief gläubiger Mensch wie er mit seinen Worten ein großes Publikum erreicht. In diesem Zusammenhang schien es uns lohnend, ein besonderes Augenmerk auf Kings Reden zu legen: Unser Stück wird einige dieser Predigten beispielhaft zitieren. Wir fanden sie spannend genug.

Martin Ahrends

Zur Musik: Wann wird gesungen? Immer dann, wenn unsere Sprache allein nicht mehr ausreicht. Immer dann, wenn der Anteil des Emotionalen so groß ist, dass uns die Stimme bebt, dass wir vor Weinen, Lachen oder vor Wut nicht einfach weiter sprechen können. Natürlich steckt in dieser Musik auch, woran jeder von uns bei diesem Thema denkt: Gospels, Spirituals, 60er-Jahre. Im schwarzen Gottesdienst betet der ganze Mensch. Im Alltag des schwarzen Christen ist Jesus vor allem Leidens- und Weggefährte. Der Aufführungsapparat bietet uns allerdings die Chance, immer dann eine zweite musikalische Ebene zu betreten, wenn von dem die Rede ist, was wir von Martin Luther King lernen können: Auf Gott in uns zu hören und Gott im Gegenüber zu sehen. Immer dann singt der Kinderchor. Alle Erwachsenen waren einmal Kinder. Alle Menschen sind Kinder Gottes. Dieser Gedanke spielt eine bedeutende Rolle in Kings Predigten und begründet seinen Gewaltverzicht in Konflikten der Menschen untereinander.

Bernhard Opitz

Zu den Ausführenden: Der Kinder- und Jugendchor der Kantorei Kleinmachnow (etwa 75 Kinder der 5.–7. Klasse und etwa 75 Jugendliche der 8.–13. Klasse) probt zwar getrennt, führt aber mindestens einmal jährlich ein größeres szenisch-musikalisches Stück gemeinsam auf. Nach „Franz von Assisi“ (2003) und „Hiob“ (2005) ist „Martin Luther King“ die dritte Auftragsarbeit, welche die Jugendkantorei Kleinmachnow zur Uraufführung bringt. Die Besonderheit ist, dass alle Sängerinnen und Sänger gleichzeitig Darsteller sind. Seit Jahren betreuen die beiden ausgebildeten Schauspieler und Theaterpädagogen Antonia Braun und Bernhard Hanuschik die szenische Umsetzung unserer Stücke. Zum Aufführungsteam gehören neben den 150 Sängerinnen und Sängern zwölf Orchestermusiker und eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern, die sich um Bühnenbau, Technik, Beleuchtung, Bühnenbild, Kostüme, Ausstattung und Requisite kümmern.

Ziel und Höhepunkt der sechsmonatigen Arbeitsphase an einem Stück sind die Aufführungen in Kleinmachnow und die sich anschließende Konzertfahrt.

Karsten Seibt

SZENENFOLGE

  1. Prolog
    1. Im Haus der Schwarzen
    2. Im Haus der Weißen
  2. Vor Kings Haus
  3. Intermezzo I – Übung des zivilen Ungehorsams
    1. Im Haus der Schwarzen
    2. Im Haus der Weißen
  4. King im Gefängnis
    1. Im Haus der Schwarzen
    2. Im Haus der Weißen
  5. In Kings Haus
  6. Intermezzo II – In einer „sehr weißen“ Milchbar
  7. Vor dem Rathaus von Dallas
  8. Begegnung des schwarzen und des weißen Bruders
  9. Epilog

LIEDTEXTE

NR. 1 „RACHE“

Vergeblich soll dein Tod nicht sein,
wer dich erschlug, dem zahl'n wir heim,
Unrecht bleibt nicht ungesühnt
Mörder hat den Tod verdient.

Rache, Rache, Rache!

Von je her gilt der heil'ge Schwur
jahrtausendlang die blut'ge Spur:
Auge um Auge, Zahn um Zahn,
der Rächer ist ein rechter Mann.

Rache, Rache, Rache!

Gerecht ist, wer die Seinen rächt.
Sich wehren ist ein heil'ges Recht.
Dumm ist, wer sich nur beschwert.
Feige ist, wer sich nicht wehrt.

Rache, Rache, Rache!

NR. 2 „BIN AUF DEM WEG“

Bin auf dem Weg und ich kehr' nicht um. O, großer Gott, ich bin auf meinem Weg.

Mein Bruder, komm, meine Schwester, komm! O, großer Gott, ich bin auf meinem Weg.
Wenn's sein muss, dann geh' ich auch allein! O, großer Gott, ich bin auf meinem Weg.

Bin auf dem Weg ins gelobte Land. O, großer Gott, ich bin auf meinem Weg.

NR. 3 „GEWALT…“

Männer:
Gewalt ist kalt. Gewalt ist alt.
Gewalt ist wie Basalt.
So starr, so grau, so ungeschliffen,
ungenau, ist wie die Faust im Kopf geballt.
Frauen:
Wie du mir, so ich dir, selber Schuld!
Schlägst du mich, schlag ich dich zurück.
Wie du mir, so ich dir, selber Schuld!
Schlägst du mich, schlag ich dich zurück.
Kinder: So bin ich nur ein ungeschliffenes Stück Natur
Alle: und bin doch Gottes Ebenbild, bin frei zum Bösen und
zum Guten, habe die Entscheidung in meiner Hand.
Wer sich nicht selbst befehlen kann, wird immer Sklave sein.
Ich hab' Gewalt nicht über dich, doch über mich.
Männer:
Gewalt ist dumm, Gewalt ist stumm,
dreht sich im engen Kreis herum.
Sie macht mich heiß, sie macht mich heiß,
ich aber weiß; sie macht die Welt…
Frauen:
Im Gehirn nur Gebrüll: Aug' um Aug',
Zahn um Zahn, so zahl ich dir heim.
Im Gehirn nur Gebrüll: Aug' um Aug',
Zahn um Zahn, so zahl ich dir heim.
Kinder: Sie macht die Welt an Liebe nur noch ärmer.
Alle: Das Göttliche in mir gibt Kraft, den engen Zirkel zu verlassen
und den, der mich hasst nicht wieder zu hassen.
Durch Tränen und durch Blut seh' ich hinein in sein Gesicht.
So sag' ich ihm: Du bist ein Mensch. Schämst du dich nicht?

Herr, erbarm dich! Herr, erbarme dich.
Gewalt ist arm, dass Gott erbarm, in mir ist große Kraft,
die als Gewalt nichts Gutes schafft, doch reich an möglicher Gestalt,
wird Leidenskraft und Liebeskraft, wenn ich es will und Gott vertrau!
Wenn ich es will und Gott vertrau, kommt Glanz ins ungeschliff'ne Grau.
Ich muss es wagen aufzusteh'n und mitten hinein in hassverzerrte Augen zu seh'n.

Sonst wird die Freundlichkeit der Welt durch Feigheit außer Dienst gestellt.
Erbarm dich, Herr, denn wir sind keine erbarmungslosen grauen Steine.
Geborgen sind wir ohne Waffen. Sind Gottes Kinder: wir sind deine
Geschöpfe, die sich selbst erschaffen.

In unser'n Hütten wären wir geblieben, ohne dich,
in dumpfen Selbsthass ganz zufrieden, jeder für sich.
Wir treten vor dich hin, o Herr, mit uns'rer schweren Last.
Lehre uns doch lieben, wie du, wo man sich hasst.

NR. 4 „CAKEWALK“

Lass uns Hassgesichter spielen, wer zuerst lacht, hat verloren.
Aber bitte: ohne schielen! Der hier wackelt mit den Ohren!
Hass macht hässlich, heißt es immer, doch die Sache ist viel schlimmer:
Hass ist komisch und ich lache, bis ich deinen Zorn entfache.
Dann wird's ernst, du wirst mich schlagen und ich muss es brav ertragen.

NR. 5 „KINGS TRAUM“

Ich habe einen Traum:
Dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Kinder früherer Sklaven und die Kinder früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Geschwisterlichkeit sitzen können.
Ich habe einen Traum:
Dass eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Staat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit
und Unterdrückung verschmachtet, sich in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit verwandelt.
Ich habe einen Traum:
Dass eines Tages meine vier kleinen Kinder in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.
Das ist unsere Hoffnung.
Mit diesem Glauben kehre ich zurück in den Süden. Mit diesem Glauben werd ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Sinfonie der Geschwisterlichkeit zu verwandeln. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar und alle Menschen werden es sehen.

NR. 6 „WORTE“

Irgendwo steht geschrieben, ein Mensch sei ein Mensch. Irgendwo las ich, er sei zur Freiheit geboren. Aber wir sind gefesselt von bleierner Angst und schleichen auf Zehenspitzen durch unsere Jahre.
Worte sind nicht, um sie in Bücher zu sperren, sie sollen auch nicht hinter Kirchenmauern verhallen. Worte sind nicht zum Predigen, sondern zum Handeln. Sie wollen keimen und wachsen, reifen zur Tat.
Irgendwo steht geschrieben, ein Kind sei ein Kind. Irgendwo las ich, es habe ein Recht zu lernen. Unsere aber bleiben im geistigen Dunkel und wir müssen es dulden mit blutendem Herzen.
Worte sind nicht, um sie in Bücher zu sperren, sie sollen auch nicht hinter Kirchenmauern verhallen. Worte sind nicht zum Predigen, sondern zum Handeln. Sie wollen keimen und wachsen, reifen zur Tat.
Irgendwo steht geschrieben, ein Greis sei ein Greis. Irgendwo las ich von der Würde des Alters. Wir aber heißen „Nigger“ und „Boy“. Bis zum Tod und sind fremd im eigenen Land.
Worte sind wie ein Regen vom Himmel. Fall'n in den Staub auf schroffen Fels und in den Sand. Nur wo ein Mensch ist, der sich ihnen öffnet, können sie aufgeh'n im Herzen, wachsen und blüh'n.

NR. 7 „STEINE“

Chor I (die Schwarzen): Harte alte Steine liegen uns zu Füßen, tragen schwer an der Tageslast der Straße und es ist schon lange her, dass man sie so kunstvoll fügte. Schwarze Hände trugen sie und schwarze Männer schlugen sie, bis sie passten, bis sie saßen, reihten sie zu langen Straßen, um darauf durchs Land zu fahren. Unser Land und euer Land wird es sein in diesen Jahren: Steine mutig zu betreten, um dafür zu Gott zu beten:
Herr, lass diese Steine ruh'n, Menschen soll'n sie nicht entwenden, zornesbebend zweckentfremden, um sich Böses anzutun.

Chor II (die Polizisten): Ich versteh die Welt nicht mehr. Das soll'n meine Feinde sein? Warum knieen die und beten meinen Gott im Himmel an, statt gewaltsam aufzutreten, dass ich sie als Saubermann von der Straße waschen kann.

Chor I (die Schwarzen): Herr, lass diese Steine ruh'n. Dass sie nicht mit blut'gen Flecken ihr Gesicht gen Himmel recken, wollen wir das Uns're tun.

Chor II (die Polizisten): Das soll'n uns're Feinde sein? Warum knien die und beten, statt gewaltsam aufzutreten? Wir versteh'n die Welt nicht mehr.

Chor I (die Schwarzen): Harte junge Männer stehen auf dem Pflaster hinter'm Schlauch. Uniformen, die gut sitzen. Auf den Baumwollfeldern schwitzen unsre Brüder für die Tracht, die euch so überlegen macht. Ja schön seid ihr und stark geworden. Eure Kraft will überborden. Als ihr so geworden seid, standen wir für euch bereit. In der Küche, auf dem Feld, wirkten wir für wenig Geld und die schwarze Amme sang euch ein Schlaflied. Herr, lass diese Männer ruhn, lass sie sich nicht selbst gefährden, sich nicht kriegerisch gebärden und lass sie nicht schuldig werden.

Chor II (die Polizisten): Bin ich denn nicht euer Feind? Euer böser weißer Mann? Traut ihr mir denn Milde zu? Nähert euch mir, der ich schlagen, töten und verletzen kann?

Chor I (die Schwarzen): Seine Kindheit nie vergisst, wer sie lebte ohne Sorgen, tief im Innersten verborgen lebt ein Kind, das dankbar ist.

Hush little baby, don't say a word. Papa's gonna buy you a mocking bird. And if that mocking bird don't sing…

NR. 8 „INTERMEZZO“

Mommy, why was the darkie born?
Somebody had to pick the cotton.
Somebody to pull the corn.
Somebody had to build a great nation.
And that's why the darkie was a born.
(Mami, wozu sind Schwarze geboren?)
(Einer muss sein, der die Baumwolle erntet.)
(Einer muss sein, soll das Korn unters Dach.)
('ne große Nation muss irgendwer aufbau'n.)
(Und dazu ist der Schwarze geboren.)
Eene meene Tintenfass, geh in die Schul' und lerne was!
The ink is black, the page is white,
together we learn to read and write.
That's why the darkie was born!
(Schrift ist Schwarz, das Blatt ist weiß,)
(zusammen lernen wir mit Fleiß.)
(Dazu ist der Schwarze geboren!)

NR. 9 „MASKEN“

MLK: Die weißen Masken huschen um's Haus mit brennenden Fackeln, aus Holz ist das Haus. Vier hölzerne Ecken stehen bereit, es anzuzünden jederzeit. Da drüben und dort und hinter uns sacht, züngeln die Flammen im Dunkel der Nacht. Ich darf nicht schlafen, ich halte Wacht.

Coretta: Sei still, komm zu dir, werde wach!

MLK: Die weißen Masken huschen ums Haus, ich muss mich wehren, ich muss hinaus, noch züngeln die Flammen, gleich lodern sie auf, zum Giebel empor, zum Dach hinauf, schwelende Möbel, giftiges Gas, berstende Balken, splitterndes Glas. Der Schrank, der Tisch, der Teppich brennt, das Spielzeug, die Betten, rennt, Kinder, rennt!

Coretta: Sei still, komm zu dir, werde wach! Und mach im Flur nicht solchen Krach. Dexter geht morgen zum Fußballverein, da muss er ausgeschlafen sein. Yoki schreibt über den Versailler Vertrag. Marty hat auch einen langen Tag. MLK und Coretta: Sie sollen schlafen, uns're drei! Schlaft nur, Kinder, bald ist es vorbei. Bald endet die Nacht, der Tag erwacht. Wenn ihr groß seid, seid ihr frei. Herr im Himmel, schütze uns're Kinder, gib uns den Mut, für sie das Richtige zu tun.

Hush, little baby, don't say a word, Papa's gonna buy you a mocking bird. And if that mocking bird don't sing, Papa's gonna buy you a diamond ring.

And if that diamond ring is brass, Papa's gonna buy you a looking glass. And if that looking glass gets broke, Papa's gonna buy you a billy goat.

Wir sind deine Familie, Martin. Wir sind stolz auf unseren Vater. Und darauf, was er tut. Unser Vater ist ein mutiger Mann.

NR. 10 „ZUKUNFTSMUSIK“

Ich sehe was, was du nicht siehst: du bist verwandt mit dem da.
Und dabei denk' ich nicht an unser'n Urahn, der aus Lehm war.
Ihr seid verwandt, weil ihr im Fluss der Weltgeschichte steht.
Die trägt euch in die Zukunft fort, egal, ob ihr versteht,
was da mit euch passieren wird, wenn schwarz und weiß sich mischen:
In euern Enkeln wird sich aller Unterschied verwischen.
Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunft.

Ich seh', dass du der Opa bist von seiner Enkelin.
Sie hat von dir die Stirn geerbt und hat von ihm das Kinn.
Sie ist nicht schwarz, sie ist nicht weiß und könnte nie begreifen,
dass ihre Opas sich auf diesen Unterschied versteifen.
In ihr seid ihr vereint und könnt euch nicht mehr unterscheiden.
Wenn ich in eure Zukunft seh', dann seid ihr zu beneiden.
Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunft.

Ihr werdet es nicht glauben, doch ich sehe, wie es sein wird.
Ich sehe die Berührungsangst und sehe, wie sie klein wird.
Die schwarzen Architekten werden weiße Häuser bauen.
Dem schwarzen Mediziner werden weiße Mütter trauen.
Und wisst ihr, was ich sehen kann, ich glaub' es selber nicht.
Ein schwarzer Mister President steht dort im Rampenlicht.
Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunftsmusik, Zukunft.

NR. 11 „CHOR DER SCHULDIGEN“

Hätten wir nicht die innere Stimme erstickt vor dem ersten Hieb!
Leise sprach sie, aber vernehmlich, vergib mir, Bruder, vergib!
Leise sprach sie, aber vernehmlich, vergib mir, Bruder, vergib!
Lieber Gott, ich bin schuldig geworden. Schuldig bin ich, Gott.
Lass mich dich hören, Gott du Stimme in mir.
Leise sprach sie, aber vernehmlich.
Lass mich dich hören, obwohl es für dieses Mal zu spät.

Hätten wir uns nicht Erlaubnis erteilt, im Rausch uns gehen zu lassen,
müssten wir nicht vor uns selbst erschrecken, müssten wir uns nicht hassen,
müssten wir nicht vor uns selbst erschrecken, müssten wir uns nicht hassen,
Lieber Gott, ich bin schuldig…

Wären wir doch die Menschen geworden, die wir als Kinder waren!
Müssten wir uns der Verrohung nicht schämen, die wir im Spiegel gewahren.
Müssten wir uns der Verrohung nicht schämen, die wir im Spiegel gewahren.
Lieber Gott, ich bin schuldig…

NR. 12 „REGEN“

Wir steh'n im Regen, doch der Regen tut gut. Wir sind im Recht und deshalb haben wir Mut. Wir halten aus, denn dies ist unser Haus. Wir warten. Warten auf Einlass in unser Haus. Warten auf Einlass in unser Haus. Halten den Regen aus. We shall overcome some day. For deep in my heart, I do believe: We shall overcome some day.
Wir steh'n im Regen, doch der hindert uns nicht. Wir wollen wählen, denn das ist uns're Pflicht. Gebt euch die Hand, denn dies ist unser Land. Wir warten. Warten auf Ankunft in unser'm Land. Warten auf Ankunft in unser'm Land. Wir sind in Gottes Hand. Kommt, gebt uns eure Hand. We'll walk hand in hand some day. For deep in my heart, I do believe: We'll walk hand in hand some day.
Wir steh'n im Regen und der Regen sind wir. Ohne Gewalt werden wir siegen, nicht ihr. Wir sind der Fluss, der über's Ufer muss. Wir wachsen. Sind nicht zu hindern, fluten das Land. Netzen die Äcker, löschen den Brand. Wir sind in Gottes Hand. We are not afraid some day. For deep in my heart, I do believe: We are not afraid today.

NR. 13 „NETTE JUNGS“

Kennt ihr nicht die ängstlich Stillen hinter heißen Sonnenbrillen?
Mit den Autos Käfer killen und im Schädel Zugluft!
Keinen Funken Selbstvertrauen, alles auf den Bizeps bauen,
chancenlos bei Klassefrauen, und im Herzen Zugluft.
Nette Jungs, die wollen nicht alleine sein. Gehen aus und bleiben schließlich doch allein,
sind enttäuscht und schlagen sich die Nasen ein.
Nette Jungs, nette Jungs, nette Jungs, die müssen plötzlich Feinde sein.

Einzeln sind sie ziemlich schmächtig, doch im Rudel sind sie mächtig:
Gleichschritt marsch, sie fühl'n sich prächtig, folgen dem Instinkt.
Faul: Sie wollen nicht studieren. Feig: Sie können nicht verlieren.
Aber Mädchen imponieren woll'n sie unbedingt.
Nette Jungs, die müssen nicht alleine sein, gehen aus und kommen als Soldaten heim.
In der Army soll'n sie gute Feinde sein.
Nette Jungs, nette Jungs, nette Jungs marschieren in den Tod hinein.

NR. 14 „GLORY“

Vergeblich soll dein Tod nicht sein! Glory Halleluja.
Wer dich erschlug, der ist allein, wer dich erschlug, der ist allein.
Gnade! Er soll teilhaftig sein, wir schließen ins Gebet ihn ein.
Gnade! Er soll teilhaftig sein, Glory Halleluja.
Teilhaftigkeit schafft meinen Sinn. Glory Halleluja. Als Teil nur weiß ich, wer ich bin.
Glory Halleluja. Ich bin ein Teil von jener Kraft, die Gutes will und Gutes schafft.
Glory Halleluja.

Ich will das Salz der Erde sein. Glory Halleluja.
Niemand soll ausgeschlossen sein, niemand soll ausgeschlossen sein.
Öffne meine Arme weit. Sing dem Gott der Freundlichkeit.
Öffne meine Arme weit. Glory Halleluja.
Mit Feuer löscht man Feuer nicht. Glory Halleluja. Ich sehe dir ins Angesicht.
Glory Halleluja. Lass mich das weiche Wasser sein, das endlich bricht den harten Stein.
Glory Halleluja. Glory Halleluja.

MITWIRKENDE

Violine 1 Antje Schaade/Miriam Brüllmann
Violine 2 Annegret Pieske
Viola Barbara Flohr
Violoncello Tobias Vogel
Kontrabass Thomas Lenders
Querflöte Josefine Heicking
Klarinette Anja Philipp
Trompete 1 Immanuel Musäus/Traugott Forschner
Trompete 2 Michael Hornauer
Posaune Oliver Rülicke
Klavier Hagen Grahlow
Percussion Johannes Seibt
Martin Luther King Jared Schuster
seine Frau Coretta Philine Töpper
Haus der Schwarzen Mutter Miriam Pauline Hartmann
Vater Jakob-Dominik Ullmann
ihr Sohn Jim Marc Senger
dessen Bruder Justus Seibt
Haus der Weißen Mutter Julia Göring
Vater Aaron Brödel
ihre Tochter Jenny Freya Harmjanz
deren Bruder Mathis Walter
Trauernde Felicitas Wilke, Marie Hertz, Charlotte Kühn, Charlotte Wilke, Julia Rückeis, Kira Gramitzky, Sarah-Marie Apelt, Franziska Kühn, Niklas Holz, Niklas Nieter
Übungsgruppe des zivilen Ungehorsams Übungsleiterin Anne Hartmann
Übende Anna-Katharina Seibt, Anna Letsch, Ann-Kathrin Kühn, Josefine Braunbeck, Annina Boettcher, Corinna Kühlein, Katharina Manke, Corinna Grabowski
Gäste und Bedienung in einer „sehr weißen“ Milchbar Kellnerin Nele Pröpper
Gast 1 Heinrich Gürtler
Gast 2 Philipp Rosenthal
Gast 3 Jan Julius Jessen
schwarze Studentinnen Anna-Katharina Seibt, Viva Welsch, Anne Hartmann
Radikale Weiße Niclas Sievers, Raban Schuster, Jonathan Kiene, Mathis Walter (weißer Bruder)
Radikale Schwarze Justus Seibt (schwarzer Bruder), Niklas Nieter, Robert Krause
Sheriff Stephan Gürtler
Polizisten Heinrich Gürtler, Philipp Rosenthal, Jonathan Kiene, Raban Schuster, Niclas Sievers, Justus Seibt, Mathis Walter, Aaron Brödel, Conrad Schwenke, Marc Senger, Jakob-Dominik Ullmann, Leon Reich, Erik Ziegler, Hanno Kühn, Konstantin Bäumer-Bruhn, Philipp Föhre, Leonhard Kinzinger, Friedemann Merkel, Carlo Schmid, Nicolas Specht, Jon Nymoen, Friedrich Töpper, Julian Marzik, Friedrich Gürtler, Robert Ziegler, Philipp Ruf, Hendrik Prause, Björn Weidemann, Tammo Nieter, Paul Nägele, Roland Rottke, Henrik Heinemann, Ludwig Duschka
schwarze Demonstrierende Helena Lindemann, Jelena Sandhage, Amelie Sandl, Paula Schmidt, Charlotte Seltmann, Anna Baier, Cora Masche, Friederike Rosenthal, Ann-Kathrin Fröhlich, Felicia Schliebs, Laura Bünnagel, Flora Büchel
schwarze Wähler vor dem Rathaus von Dallas Anna Heichen, Andrea Meier, Sydney Steinacker, Charlotte Holz, Louisa Boettcher, Nina Pülm, Anna Rückeis, Clara Beermann, Franziska Franz, Gwyneth Thomas, Fina Schmid, Stella Vieth, Mila Braun, Charlotte Jurk, Charlotte Feiler
weitere Sängerinnen Nora Ebert, Stella Göring, Clara Specht, Emilia Klebanowski, Hannah Elsing, Rebecca Schreiber, Friederike Engelbrecht, Sophie Bathe, Sofie Gramitzky, Katharina Fetting, Marie Eberhardt, Konstanze Beddies, Merit v. Wnuk-Lipinski, Isabelle Karal, Kira Weinmann, Emma Lehmann, Clara Müller, Lena Apelt, Sophie Klinger, Friederike Hartge, Isa Handschuh, Clarissa Plinke, Alexia Manke, Julia Theuring, Ildiko Fillies, Marie Klinger, Hanna Wangemann, Juliane Seltmann, Julia Reimeier, Katharina Blasche, Constanze Fetting, Sophie Beermann, Maxi-Carolin Engel, Louisa Hahn, Elisabeth Töpper, Katharina Kleinaltenkamp, Isabel Scholz, Nadine Karal, Alena Kühlein, Mareike Randhan, Theresa Joost, Merle Welsch, Helen Raible, Laura Fanghänel, Ursula Knörzer, Friederike Tomm, Geraldin Schlingelhof, Kim Hübner, Friederike Fritsch, Anne Klitscher, Marie Moselewski, Skadi Krüger, Johanne Heicking, Lilly Schulze, Ute Wiemer, Franziska Laube, Lisa Schulze, Livia Jordan, Hannah Grunewald, Theresa Hansen, Lisa Apelt, Julia Nymoen, Anila Lettau, Sophie Gürtler
Ausstattung Katharina Seibt
Technische Leitung Martin Gürtler
Helfer Michael Apelt, Martin Bindemann, Wolfgang Meier-Kühn, Karla Kühn, Christoph Deglau, Christoph Gürtler, Jürgen Fillies, Marion und Hubertus Welsch, Anna Töpper
Grafik Rainer Ehrt

DANK FÜR FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG GEBÜHRT

der Staatskanzlei des Herrn Ministerpräsidenten Matthias Platzeck,
dem Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg Holger Rupprecht,
der kommunalen Gemeinde Kleinmachnow,
der VERKA Kirchliche Pensionskasse VVaG,
dem Konsistorium der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Oberlausitz,
dem Amt für evangelische Jugendarbeit,
sowie – Dank vieler Einzelspenden an diesen – dem Förderkreis Kirchenmusik Kleinmachnow e.V. (Postbank Berlin, BLZ 10010010; Konto-Nr. 800036107).

 

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letzte Aktualisierung
dieser Seite: 19.10.2011, 10:24

 


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