Evangelische Auferstehungs-Kirchengemeinde KleinmachnowSommerserenade
Programmheft
MEIN GEMÜT ERFREUET SICH
Dietrich Buxtehude (1637 – 1707)
- Mein Gemüt erfreuet sich, wenn ich, Höchster, denk an dich. Deine Gnade weckt mich auf und beschließt den Tageslauf.
- Wenn mein Aug' die Wunder sieht, singt mein Mund ein Dankeslied, und ich rühme Tag und Nacht all dein Tun und deine Macht.
- Alle Musik in der Welt, was der Mensch für lieblich hält, Lauten, Harfen, Zimbeln Klang, mit der Geige spiele Dank.
- Posaunen und Trompeten Hall, lieblicher Violen Schall, auch die Flöten, sanft im Ton, loben Gott im höchsten Thron.
- Und die Orgel klinge auf, spielet süße Lieder drauf! Setzt die Flöten an den Mund, lobt den Schöpfer alle Stund.
- Rühren nicht die Vögelein morgens früh ihr Züngelein? Wenn geschwind der Tag anbricht, lassen sie das Danken nicht.
- In des Tages letzter Stund' aus dem wassertiefen Grund springen Fischlein schnell empor, woll'n nicht fehlen in dem Chor.
- Alles Wild auf grüner Heid', wenn es geht auf seiner Weid, so vertraut es seinem Gott, der versorget seine Not.
- Mensch, o Mensch, du Gottes Bild, traue Christi Wort, das gilt: Sorge nicht dein Leben lang für die Kleidung, Speis und Trank.
- Sieh die Vögel am Gezelt: Gott der Herr auch sie erhält! Warum sorgst du spät und früh'? Bist du doch viel mehr als sie!
- Trachte nur nach Gottes Reich, dann hast alles du zugleich! Deiner harrt ein weißes Kleid, volle Freud' in Ewigkeit.
DIE GESCHICHTE VON DANIEL UND DEN LÖWEN IN DER GRUBE
Musik: Wolfgang Elger, Text: Klaus-Peter Hertzsch
Ihr lernt jetzt einen König kennen, den wollen wir Darius nennen.
Sein Reich war ganz unglaublich groß: er kannte selbst die Hälfte bloß;
denn eh man eine weit entfernte Reichshälfte sah und kennenlernte,
da hatte man bestimmt indessen die andere schon längst vergessen.
So war Darius außerstande, sein Werk zu tun im ganzen Lande;
denn solch ein König hat alleine auch nur zwei Hände und zwei Beine.
Er stellte also Männer an, die ständig nach dem Rechten sahn.
In allen Städten und Bezirken, sah man sie mit Eifer wirken:
die Unterfürsten, Landesführer, die Stellvertreter und Kassierer.
Auch die Entferntesten und Letzten bekamen ihren Vorgesetzten.
Das Königsschloß war riesengroß, voll von Kanzleien und Büros.
Und dort – das kann man ja verstehn – war ständig Kommen oder Gehn.
Auf Treppen sah man und auf Gängen sich Boten und Beamte drängen.
Da schritten, stolz und aufgebläht, die Räte Seiner Majestät.
Und drinnen saßen – grau vor Alter – des Reiches oberste Verwalter.
Doch weiter hinten im Palast, da gab es weder Lärm noch Hast.
Da saß, umfunkelt von Juwelen, der König selbst in seinen Sälen.
Er trat hinaus in seine Gärten und lauschte dort den Hofkonzerten.
Die Simse säumten goldne Vasen. Springbrunnen sprangen aus dem Rasen.
Auch eine Tierschau war zu haben: die Löwengrube, tief gegraben.
Dort blieb der König manchmal stehen, um sich die Löwen anzusehen.
Er sah, wie sie an heißen Tagen dort unten unbeweglich lagen.
Er sah sie plötzlich rasselnd gähnen und wütend schütteln ihre Mähnen,
dann wieder auf und nieder trabend vom frühen Morgen bis zum Abend.
Und wurden sie zur Nacht gefüttert, war vom Gebrüll das Schloß erschüttert.
So ging es zu von Jahr zu Jahr, als der Darius König war.
Nun gab es einen Mann im Land, den er besonders tüchtig fand,
so daß er ihn erhob und ehrte, bis der zum höchsten Rat gehörte.
Dem glückte alles, was er machte, so daß Darius manchmal dachte:
Am besten, ich ernenn ihn gleich zum Obersten im ganzen Reich.
Der Mann war Daniel benannt und kam aus einem fernen Land.
Aus Juda kam er, aus der Stadt, wo Gottes Haus gestanden hat,
wo man Gott liebte und verehrte und schon die Kleinsten beten lehrte.
Er war nun schon seit langen Zeiten hier unter all den fremden Leuten.
Doch lag auch Juda weit entfernt: er hielt, was er als Kind gelernt.
Denn dreimal pünktlich jeden Tag, was auch auf seinem Schreibtisch lag,
er ließ die ganze Arbeit stehen, um eilig in sein Haus zu gehen.
Dort stieg er hoch bis unters Dach in ein besonderes Gemach.
Sein Fenster war dahin gewandt, wo irgend fern der Tempel stand.
Hier sprach er Psalmen und Gebete, sang Lob und klagte seine Nöte.
Danach im Schloß getrost und heiter versah er seine Arbeit weiter.
So ging es zu von Jahr zu Jahr, als Daniel am Hofe war.
Nun aber Daniels Kollegen: die fingen an, sich aufzuregen.
Sie tuschelten. Sie warn empört. Sie zischten: „Hast du's schon gehört?
Der König will – es ist zum Lachen – den Daniel zum Kanzler machen!“
Und all die anderen Beamten, die sämtlich aus der Gegend stammten,
die schimpften laut und ungehemmt: „Der kommt vom Ausland! Der ist fremd!“
Sie alle wünschten sich von Herzen, ihn bei Darius anzuschwärzen.
Sie gaben ständig auf ihn acht, ob er nicht was Verkehrtes macht';
gleich wollten sie zum König eilen, um es ihm schleunigst mitzuteilen.
Sie hofften, daß er einmal lüge und fremde Gelder unterschlüge,
daß er was Wichtiges vergäße, sein Frühstück bei der Arbeit äße,
daß er des morgens mal verschlafe oder den falschen Mann bestrafe.
Doch wie sie ihn auch überwachten, wie sie reihum den Spitzel machten:
die Arbeit ging ihm von der Hand, daß man nichts auszusetzen fand.
Da sprach ein finsterer Geselle: „Der Mann hat eine schwache Stelle,
sein Beten wird der niemals lassen, und dabei müßten wir ihn fassen!“
„Gut“, riefen sie, „so wird's gemacht!“ Ein böser Plan war bald erdacht.
Sie rannten allesamt zum König. Sie standen krumm und untertänig.
Und einer sprach: „Wir, die gesamten Reichsvögte und Palastbeamten,
wir dachten, es ist an der Zeit, daß du in aller Herrlichkeit grad wie ein Gott
und Himmelsfürst ab heute angebetet wirst.“
Und die Vernünftigen im Reiche, die denken hoffentlich das gleiche.
Darum erlasse dies Gebot! daß dem die Löwengrube droht,
der in den nächsten dreißig Tagen Gebet und Bitte sollte wagen zu irgend jemand außer dir.
Dies unterschreib! Es steht schon hier.
Man gab ein Blatt ihm in die Hand, wo alles drauf geschrieben stand
und obenan mit breiter Feder: „Gesetz der Perser und der Meder.“
Das hieß: wenn er es unterschrieb, daß es für immer gültig blieb.
Darius war von ihrem Plan geschmeichelt – also angetan.
Viel Grübeln war ihm widerwärtig: er unterschrieb – und damit fertig.
Nun waren sie alle hocherfreut und hatten ihre Neuigkeit.
Der Hofklatsch sorgte für Verbreitung viel schneller als bei uns die Zeitung.
Als Daniel davon erfuhr, stand alles rum und grinste nur.
Doch er gab nichts auf ihren Spott. Er sprach: „Ein König ist kein Gott.“
Und mittags ging er heim wie immer. Er stieg nach oben in sein Zimmer,
er sagte Psalmen und Gebete, sang Lob und klagte seine Nöte.
Die Männer aus den Staatskanzlein, die schlichen aber hinterdrein.
Sie polterten die Treppe rauf. Und plötzlich flog die Türe auf.
Es wurde hinter ihm gezischt: „Jawohl, wir haben ihn erwischtl
Nun wurden Köpfe reingestreckt, und jeder rief: „Er ist entdeckt!“
Die Tür schlug zu. Die Männer gingen. Und Daniel fuhr fort zu singen.
Danach im Schloß getrost und heiter versah er seine Arbeit weiter.
Die andern schilderten natürllch dem König alles ganz ausführlich.
Der klagte: „Ach, wie ihr frohlocktr Was hab ich mir da eingebrocktl“
Obgleich den ganzen Nachmittag er ihnen in den Ohren lag,
sie sagten störrisch: „Einerlei! Du hast's bestimmt. Nun bleibt's dabei.
Und darum muß der Lotterbube noch heute in die Löwengrube.“
Die Sonne sank. Sie drängten nun. Darius konnte nichts mehr tun.
Ich hab's nun einmal unterschrieben: was hilft's, die Sache aufzuschieben!“
Die Wache kam. Er gab Befehl. Bald brachten sie den Daniel.
Der König sprach: „Hätt ich gewußt, daß grade du dran glauben mußt,
ich hätte besser nachgedacht und niemals dies Gesetz gemacht.
Gott aber riefst du dreimal täglich. Der kennt dich doch.
Es ist doch möglich, daß er dir jetzt zur Seite steht.
Vielleicht bewahrt dich dein Gebet.“
Nun führten sie den treuen Beter davon wie einen Übeltäter.
Und alle staunten, als er schwieg und fröhlich zu den Löwen stieg.
Ja, er verschwand nach kurzer Zeit dort unten in der Dunkelheit.
Doch bei den Tieren blieb es still. Man hörte drunten kein Gebrüll.
Beim Weg des Königs zum Palast versagten ihm die Beine fast
Sein Abendessen stand bereit, doch er aß nichts vor Traurigkeit.
Und all die schönen jungen Damen, die sonst am Abend zu ihm kamen.
de tanzten und die Flöte bliesen, sie wurden draußen abgewiesen.
Er schlief nicht oder träumte schwer, er warf im Bett sich hin und her.
Er hat mit Angst die ganze Nacht an seinen Daniel gedacht.
Was aber machte der indessen? Ganz friedlich hat er dagesessen.
Er sagte Psalmen und Gebete, sang Lob und hatte keine Nöte.
Indes die Löwen ihn umschlichen und sanft an seine Knie strichen.
Dazwischen aber ungeseh'n hört' er die Engel Gottes geh'n.
Und wunderbar gelang es diesen, die Löwenrachen zu verschließen.
Die Mähnen rings bewegten sich. Die großen Tiere legten sich.
Sie lauschten, und der Beter sang. Die Nacht war ihnen gar nicht lang.
Und Gottes gute Boten fuhren hinab zu seinen Kreaturen.
Schon zeigte sich die Morgenröte, und Daniel sprach Dankgebete.
Und auch der König sah den Morgen. Doch er erhob sich voller Sorgen.
Er hielt es nicht mehr länger aus, trat in die Dämmerung hinaus
und lief beim ersten Morgengrauen, um nach dem Daniel zu schauen,
rief kläglich durch den stillen Park, und seine Stimme ging ans Mark.
„Mein Daniel! Gib einen Laut! Half dir dein Gott, dem du vertraut?“
Er lauschte, ob der andre riefe. Und Daniel sprach aus der Tiefe:
„Sei ruhig, ich bin unversehrt. Der Herr hat mein Gebet erhört,
wie er sich in der ganzen Weit den Betern an die Seite stellt.“
Dem König war es wie im Traum. Er traute seinen Ohren kaum.
Denn plötzlich hatte er erkannt Dies war wahrhaftig Gottes Hand.
Er schrieb im nächsten Reichsbefehl'. „Groß ist der Gott des Daniel.
Er ist ein Helfer und Erretter und herrlicher als alle Götter.“
Die bösen Hofbeamten trafen natürlich die verdienten Strafen.
Als erstes aber ward befohlen, den Gottesmann heraufzubolen.
Die Morgensonne brach hervor, da zog man Daniel empor.
Ein Vogel rief. Die Löwen brüllten. Die Gärten sich mit Leben füllten.
Es kam ein schöner Tag in Sicht. Der Beter sang im Morgenlicht.
Die ganze Schöpfung war erhellt und lobte Gott: den Herrn der Welt.
MESSE DES FRIEDENS
Musik: Raimund Hess; Text: Veronika Krayer
- Christus, wir sind nicht allein, liebend willst du bei uns sein. Nimm uns unsre Sorgen um das Heute und Morgen. Schenk uns dein Mitgefühl: Herr, erbarme dich.
- Christus, du verlässt uns nicht, sei im Dunkeln unser Licht. Nimm uns unsre Sorgen um das Heute und Morgen. Nimm uns das Schuldgefühl: Christus, erbarme dich.
- Christus. wir sind nicht allein! segne unser Tun und Sein. Nimm uns unsre Sorgen um das Heute und Morgen. Schenk uns Geborgenheit: Herr, erbarme dich.
GLORIA
- Ehre dir, Gott, in der Höhe, jenseits von Zeit und Raum. Friede den Menschen auf Erden, die deiner Botschaft vertraun.
- Ehre dir, Gott! in der Nähe, diesseits von Zeit und Raum. Du bist in Christus zugegen, bei allen, die dir vertrauen. Ehre dir, Gott in der Nähe. Frieden hast du uns versprochen, Christus, Erlöser der Welt. Durch dich lass uns Frieden finden, wo Hass unsre Herzen entstellt. Frieden erhoffen die Völker in dieser friedlosen Zeit. Sie sehnen sich nach Versöhnung, dem Ende von Kriegen und Leid.
- Ehre dir! Gott, in der Höhe, Herr über Raum und Zeit. Erhebst uns aus Schuld und aus Schwachheit: durch Christus sind wir befreit. Ehre dir, Gott, in der Höhe.
SCHLUSSLIED
Refrain:
Jesus, gib uns Menschen deinen Frieden auf der ganzen Welt.
- Wir sehnen uns nach Frieden und halten ihn doch nicht ein. Gib uns die Kraft zum Frieden, als Erste versöhnlich zu sein.
- Wir reden viel vom Frieden in dieser friedlosen Zeit, statt neue Plane zu schmieden, ohne Hass, Konkurrenzneid und Streit.
- Wir bitten dich um Frieden trotz Zwist und Zerrissenheit. Ersticke Terror und Kriege, gib uns Schutz und Geborgenheit.
- Wir hoffen auf den Frieden trotz Hess und Feindseligkeit. Wir setzen auf Völkerfrieden in versöhnter Verschiedenheit.
AUSFÜHRENDE
Kinder- und Jugendchor der evangelischen Kantorei Kleinmachnow
| Josephine Heicking | Flöten
| | Annina Schulze | Violine, Schlagwerk
| | Katharina Seibt | Violine, Flöten, Schlagwerk
| | Tobias Vogel | Cello
| | Johannes Seibt | Schlagwerk
| | Hagen Grahlow | Klavier
| | Karsten Seibt | Leitung
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letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.2011, 10:24
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