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Stoffgeschichten

Mein selbstgenähtes Lieblingskleid von 1976

Eine Stoffgeschichte von Barbara Neidel

Ich gehörte zu den jungen Mädchen und Frauen, die sich gern chic kleiden wollten und zwar auf keinen Fall mit dem Angebot der Einheitsmode der DDR. So nähten wir, obwohl keiner von uns es je gelernt hatte. Alte Nähmaschinen und Ratschläge von Großmüttern gab es in fast jedem Haushalt. Eine geschmuggelte Modezeitung, ein Stück Stoff - das idealer Weise aus dem Westpaket der Verwandten - und los ging es. Fantasievolle Schnitte wurden kreiert und aus Packpapier gefertigt. Auf genau diese Art entstand 1976 mein von mir bis heute geliebtes Kleid. Ich war damals 26 Jahre alt und unser zweites Kind, Sohn Felix, sollte am 8. August zusammen mit seinem Cousin Roland getauft werden. Es war außerdem ein besonderer Tag, weil auch der Geburtstag der Großmutter an diesem Tag gefeiert wurde. Der wunderschöne Stoff war natürlich aus einem Westpaket. Wie glücklich waren wir damals beim Auspacken und wie oft scherzten wir dann in unserer Freude übermütig: „Besser als zehn Ostverwandte ist im Westen eine Tante“. Leinenstoff türkis, knitterfrei und so viel, dass er für ein MIDI - Kleid ausreicht. Vielleicht weil es ein Festkleid werden sollte und ich den Stoff auf gar keinen Fall beschädigen wollte, wählte ich wohl einen ganz besonders einfachen Schnitt. Gerade runter, keine Knöpfe oder Reißverschluss, Ärmel wie am T - Shirt, Kragen aufgesetzt, Farbe und Stoffart sorgten ja für den Chic. Viele Jahre zog ich das Kleid gern an. Irgendwann entsprach es aber dann doch nicht mehr der Mode. Immer, wenn Kleiderschränke aufgeräumt wurden, wenn wir umzogen, wurde aussortiert. Niemals jedoch gehörte mein Lieblingskleid dazu. Bis heute nehme ich es aus dem Fach, sehe es an und denke: „So ein Kleid kann man doch nicht wegtun, nicht weggeben - da lässt sich doch noch was Schönes draus machen“. Selbst die geliebte Enkelin bekam es nicht als von ihr begehrte Bastelware. Mit der Liebe zu diesem Kleidungsstück verbinde ich mit zunehmendem Alter auch die Erinnerung an die harmonische Familienfeier an einem herrlichen Sommertag mit allen lieben Verwandten, den Paten und an meinen Heimatort. Erst jetzt 2016 gelingt es nun der Kleinmachnower Aktion „Stoffgeschichten“ mich aus der Reserve zu locken. Ich freue mich schon auf ein frohes und gefühlvolles Wiedersehen im neuen Kirchsaal. Allerdings kann ich mich nur von einem Teil des Lieblingsstückes trennen. Aus dem unteren Teil des Kleides werde ich endlich einen Kissenbezug nähen und das Kissen später in der Familie weitergeben. 

RSSPrint
Unsere Trauung in der 400 Jahre alten Dorfkirche

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Zum 10. Firmenjubiläum, einem sonnigen Tag im Juli 1987, haben meine Mitarbeiterin­nen mich mit einer kleinen Demonstration überrascht. Die Frauen hatten sich mit einem kleinen Getränk Mut gemacht und kamen .... weiter lesen Sie hier

 

 

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Die orangerote Jacke

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Letzte Änderung am: 06.12.2017